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Vorwurf der Vetternwirtschaft: Fillon entschuldigt sich - will aber weiter kandidieren

Nach Vorwurf der Vetternwirtschaft : Fillon entschuldigt sich - will aber weiter kandidieren

Der konservative französische Präsidentschaftskandidat François Fillon hat in der Affäre um angebliche Scheinbeschäftigungen seiner Frau und Kinder jegliches strafbares Verhalten bestritten. Er habe völlig legal und transparent gehandelt und werde deshalb auch nicht seine Kandidatur für das Präsidentenamt zurückziehen.

Das sagte Fillon am Montag in einer Pressekonferenz. Allerdings räumte er ein, dass die Anstellung seiner Frau aus heutiger Sicht ein Fehler gewesen sei. Er entschuldige sich dafür.

Die Finanzstaatsanwaltschaft geht dem Verdacht nach, dass Penelope Fillon und zwei ihrer gemeinsamen Kinder von dem langjährigen Spitzenpolitiker auf Kosten der Steuerzahler im Parlament beschäftigt wurden, ohne dafür zu arbeiten. Die Vorermittlungen haben Fillons Ambitionen auf das Präsidentenamt einen schweren Dämpfer verpasst. Bis dahin hatten Umfragen eine Stichwahl zwischen ihm und Marine Le Pen von der rechtsextremen Front National vorhergesagt.

Auslöser der Ermittlungen war ein Bericht der französischen Zeitung "Canard Enchaine". Demnach soll Penelope Fillon über einen Zeitraum von 15 Jahren im Parlament 830.000 Euro verdient haben. Die Kinder Marie und Charles seien als Fillons Parlamentsgehilfen angestellt gewesen, als er von 2005 bis 2007 Senator war. Gemeinsam hätten sie 84.000 Euro in Vollzeitanstellung verdient, obwohl sie zu der Zeit noch Jura studiert hätten, berichtete das Blatt.

"Habe nichts zu verbergen"

Fillon beharrte am Montag darauf, dass er sich an das Gesetz gehalten habe, und kündigte an, seine Finanzen offenzulegen. "Ich habe nichts zu verbergen", sagte der Konservative. Die Anschuldigungen gegen ihn seien haltlos.

Einige seiner Parteikollegen hatten Fillon zu einem Rücktritt gedrängt, um die Chancen der Konservativen auf einen Wahlsieg aufrechtzuerhalten. Am Dienstag wollen auch die Abgeordneten seiner Partei in ihrer wöchentlichen Sitzung über den Skandal beraten. Allerdings gibt es bisher kein Prozedere, wie seine Kandidatur wieder zurückgenommen werden könnte. Fillon selbst betonte, dass er nach seinen Sieg in den Vorwahlen nicht daran denke, zurückzutreten. "Ich möchte den Franzosen sagen, dass ihre Wahl ihnen nicht weggenommen werden kann. Sie werden nicht zum Schweigen gebracht werden."

Alain Juppé, der Fillon in den Vorwahlen der Republikaner unterlegen war, bekräftigte am Montag, dass auch er als Ersatzkandidat nicht zur Verfügung stehe. "Nein ist Nein", schrieb er auf Twitter.

(felt/ap)