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Volksentscheid: Schweizer stimmen für erleichterte Einbürgerung

Volksentscheid : Schweizer stimmen für erleichterte Einbürgerung

In einem Volksentscheid haben die Schweizer am Sonntag für eine unkompliziertere Einbürgerung von Einwanderern gestimmt, die bereits in der dritten Generation in der Schweiz leben.

Die Mehrheit der Wähler und der Kantone hätten den Vorschlag der Regierung angenommen, berichteten der Schweizer Fernsehsender RTS und die Nachrichtenagentur SDA. Der Vorschlag sieht vor, den in der Schweiz geborenen Enkeln von Einwanderern einige Schritte auf dem langen Weg zu einem Schweizer Pass zu erlassen.

Das Votum ist eine deutliche Schlappe für die rechtspopulistische Schweizer Volkspartei (SVP), die mit islamfeindlichen Parolen für "Nein"-Stimmen geworben hatte. Für Aufsehen hatte insbesondere ein umstrittenes Plakat mit einer Burkaträgerin und der Warnung vor "unkontrollierter" Einbürgerung gesorgt. Aufgehängt wurden die Plakate vom sogenannten Komitee gegen erleichterte Einbürgerung, dem mehrere SVP-Politiker angehören.

Einer Studie des Einwanderungsministeriums zufolge erfüllen derzeit weniger als 25.000 Menschen die Kriterien für eine erleichterte Einbürgerung. Fast 60 Prozent von ihnen haben italienische Wurzeln, gefolgt von Migranten aus den Balkan-Ländern und der Türkei.

In der Schweiz hatte es in den vergangenen Jahren mehrere Volksentscheide über fremdenfeindliche Themen gegeben: 2009 forderten die Wähler einen Baustopp für Minarette, 2010 sprachen sie sich für die automatische Ausweisung von straffälligen Ausländern aus. 2014 forderten die Schweizer in einer von der SVP initiierten Volksabstimmung Quoten für Einwanderer - auch für EU-Bürger.

(maxk/AFP)