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Kopf abgetrennt: Video zeigt blutige Hinrichtung von Saddams Halbbruder

Kopf abgetrennt : Video zeigt blutige Hinrichtung von Saddams Halbbruder

Bagdad/Washington (RPO). Auch die Exekution der Gefolgsleute Saddam Husseins ist gefilmt worden. Die irakische Regierung veröffentlichte ein Video, das die Hinrichtung des Exrichters Awad Hamed al Bandar und des früheren irakischen Geheimdienstchefs Barsan Ibrahim el Tikriti zeigt. Ibrahim wurde dabei durch den Strang der Kopf abgetrennt.

Das Video zeigte seinen Leichnam unter dem Galgen, der Kopf lag mehrere Meter davon entfernt. Regierungssprecher Ali al Dabbagh sprach von einem "seltenen Vorfall". Er betonte, alle Gesetze seien eingehalten worden, "keiner der Verurteilten wurde beleidigt". Beide waren wie Saddam Hussein wegen eines Massakers an Schiiten in den 80er Jahren zum Tode verurteilt worden und wurden den Angaben zufolge um drei Uhr morgens hingerichtet. Ihre Leichname wurden danach zum US-Stützpunkt in Tikrit gebracht. Beide sollten offenbar im nahe gelegenen Ort Udscha beigesetzt werden, wo auch Saddam Hussein beerdigt wurde.

Das Video zeigt nach Angaben des britischen Senders BBC, wie die Gefolgsleute Saddam Husseins auf ihre Hinrichtung vorbereitet würden. Beide Männer standen demnach nebeneinander und trugen orange farbene Anzüge. Dann wurden ihnen von den Henkern Kappen über den Kopf gezogen. Schließlich wurden beide gehängt. Der Kopf Ibrahims sei dabei abgetrennt worden. Das Video enthalte keine Tonaufnahmen.

Ursprünglich sollten Ibrahim und der ehemalige Vorsitzende des Revolutionsgerichts Hamed al Bandar gemeinsam mit Saddam Hussein am 30. Dezember sterben. Die irakische Regierung entschied aber, zunächst nur das Todesurteil gegen den früheren Präsidenten zu vollstrecken, da dies "ein besonderer Tag" sei, wie Sicherheitsberater Mowaffak al Rubaie erklärte.

Offenbar mit Blick auf die Begleitumstände bei der Hinrichtung von Saddam Hussein, der unter dem Galgen von anwesenden Irakern verhöhnt wurde, hatte Staatspräsident Dschalal Talabani die Regierung in Bagdad in der vergangenen Woche aufgefordert, die weiteren Exekutionen zu verschieben. Kritik übte am Sonntagabend auch US-Präsident George W. Bush. Er habe Auszüge aus dem im Internet verbreiteten Video der Hinrichtung Saddam Husseins gesehen, sagte Bush. Die Hinrichtung hätte viel besser abgewickelt werden können, kritisierte er im Fernsehsender CBS. Er habe persönlich keine besondere Befriedigung über die Vollstreckung der Todesstrafe verspürt. "Ich bin kein rachsüchtiger Mensch", sagte Bush.

Bush bekräftigte in dem Interview weiter, dass er trotz aller Kritik im Kongress an seinem Irak-Kurs festhalten will. Er sei sich darüber im Klaren, dass die Demokraten ihn stoppen wollten, sagte Bush. "Aber ich habe mich entschieden und wir gehen voran." Er unterstrich erneut die strategische Bedeutung des Konflikts: "Wenn wir im Irak nicht gewinnen, werden wir einen Nahen Osten hinterlassen, der Amerika gefährden wird." Der von den Demokraten kontrollierte Kongress bereitet derzeit Resolutionen gegen den Plan von Bush vor, weitere 21.500 Soldaten in den Irak zu schicken. Man müsse die Optionen prüfen, um den Präsidenten daran zu hindern, erklärte der Senator Barack Obama.

Der Befehlshaber der US-Truppen im Irak, General George Casey, nannte am Montag erstmals einen Zeitrahmen für den Irak-Plan der USA, den Bush am Mittwoch bekannt gegeben hatte. Fortschritte seien vermutlich erst im Sommer oder Herbst zu erkennen. Eine Erfolgsgarantie gebe es nicht, betonte Casey, er sei aber zuversichtlich, dass der Plan mit der notwendigen Unterstützung umgesetzt werden könne.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Video von Saddams Hinrichtung aufgetaucht

(ap)