Venezuela: US-Regierung droht Maduro mit Strafmaßnahmen

Machtkampf in Venezuela : US-Regierung droht Maduro mit weiteren Sanktionen

Die US-Regierung hat Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro mit weiteren Strafmaßnahmen gedroht. Oppositionsführer Juan Guaidó ruft unterdessen erneut zu Streiks und Protesten auf.

Der US-Sonderbeauftragte für Venezuela, Elliott Abrams, kündigte am Dienstag in Washington an, weitere Personen aus dem Umfeld Maduros würden mit Visa-Beschränkungen belegt. Bislang seien 59 Visa entzogen worden. „Davon wird es mehr geben“, sagte Abrams. Die USA hätten außerdem Wirtschaftssanktionen vorbereitet. US-Sicherheitsberater John Bolton sagte im TV-Sender „Fox Business Network“, die US-Regierung prüfe Maßnahmen, um den Zugriff auf Maduros finanzielle Mittel zu verstärken und seinem Regime das nötige Geld für einen Machterhalt zu entziehen.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump unterstützt den selbst ernannten Interimspräsidenten Juan Guaidó und versucht seit Wochen, Maduro zum Rückzug zu drängen. Abrams sagte, inzwischen würden 54 Länder Guaidó anerkennen, darunter zahlreiche EU-Staaten. Er sei enttäuscht, dass Italien als wichtiger EU-Staat die Anerkennung Guaidós bislang ablehne.

Oppositionsführer Juan Guaidó will unterdessen mit Streiks im Öffentlichen Dienst den Druck auf Maduro erhöhen. Dazu führte er Gespräche mit Gewerkschaftsvertretern und drohte der Regierung mit neuen Protesten zum Sturz Maduros. "Sie dachten, der Druck sei bereits am Abflauen", sagte er auf einer Pressekonferenz. "Sie sollten aber wissen, dass der Druck gerade erst begonnen hat."

Venezuelas selbst ernannter Interimspräsident Juan Guaidó war zum Wochenanfang trotz der dort drohenden Festnahme in seine Heimat zurückgekehrt. Guaidó landete unbehelligt von Sicherheitskräften am Hauptstadtflughafen Maiquetía. Gleichzeitig protestierten im ganzen Land erneut Menschen gegen die Regierung von Maduro. In Caracas jubelten Guaidó viele Anhänger zu. Angesichts des seit Wochen andauernden Machtkampfes war Guaidós Rückkehr eine Provokation für Maduro. Wegen eines Ermittlungsverfahrens und einer Ausreisesperre hätte der 35-Jährige das Land eigentlich gar nicht verlassen dürfen.

Guaidó hatte sich am 23. Januar zum Interimspräsidenten erklärt und Maduro damit offen herausgefordert. Zuletzt scheiterte sein Versuch, Hilfsgüter von Kolumbien und Brasilien aus nach Venezuela zu bringen. Die Menschen in dem ölreichen Land leiden unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise.

(juju/dpa/rts)
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