Spanisches Gericht klagt an: Venezuela unterstützt Eta und Farc

Spanisches Gericht klagt an: Venezuela unterstützt Eta und Farc

Madrid (RPO). Venezuela unterstützt dem obersten spanischen Gericht zufolge die baskische Separatistengruppe Eta und die kolumbianische Rebellenorganisation Farc. Nach Auffassung des Gerichts in Madrid hat die Regierung von Präsident Hugo Chavez Kontakte zwischen den beiden Gruppen vermittelt und logistische Hilfe geleistet, um Attentate gegen kolumbianische Politiker auf spanischem Boden vorzubereiten.

In dem am Montag veröffentlichten Urteil heißt es, mehrere Eta-Mitglieder hätten in Venezuela 2007 eine offizielle Militäreskorte zu einem Traininglager im Dschungel erhalten, wo sie zusammen mit Farc-Kämpfern im Umgang mit Sprengstoffen geschult wurden. Zudem sollen Farc-Rebellen die Regierung in Caracas um logistische Hilfe gebeten haben, um einen Anschlag auf den kolumbianischen Präsidenten Alvaro Uribe in Spanien zu planen. Richter Eloy Velasco erließ zudem Haftbefehle gegen 13 mutmaßliche Mitglieder von Farc und Eta.

Keine Stellungnahme aus Venezuela

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Das Urteil dürfte die Beziehungen zwischen Spanien und Venezuela belasten. Die Regierung in Madrid forderte Chavez umgehend dazu auf, zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen. Außenminister Miguel Angel Moratinos habe die venezolanische Regierung um Erklärung gebeten, sagte Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero auf einer Pressekonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Hannover. Die venezolanische Botschaft in Madrid lehnte eine Stellungnahme zu dem Urteil zunächst ab.

Die Separatistengruppe Eta hat in ihrem Kampf für ein eigenständiges Baskenland im Norden Spaniens und Süden Frankreichs in den vergangenen Jahrzehnten mehr als 850 Menschen getötet. Die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (kurz Farc) haben ursprünglich die Errichtung eines sozialistischen Staats angestrebt und dabei Tausende Menschen getötet. Die politischen Motive sind nach Einschätzung von Beobachtern zuletzt allerdings immer mehr in den Hintergrund getreten, da die Farc inzwischen den Anbau und Handel mit Kokain dominiert.

(RTR/felt)