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Venedig: Italien verbietet Kreuzfahrtschiffen in der Lagunenstadt

Massentourismus : Italien macht Venedig für große Kreuzfahrtschiffe dicht

Mehr als 500 riesige Kreuzfahrtschiffe pro Jahr sind vor der Pandemie in Venedig eingelaufen. Ab 1. August ist damit Schluss: Ihre Wellen schaden den Bauten, die Touristen anlocken – und auch den Meeresbewohnern.

Italien untersagt großen Kreuzfahrtschiffen die Einfahrt nach Venedig. Das Verbot soll zum Schutz der Lagunenstadt ab dem 1. August gelten, wie Kultusminister Dario Franceschini nach einer Kabinettssitzung am Dienstag mitteilte. Zuvor hatte die Unesco italienischen Regierungskreisen zufolge damit gedroht, das Weltkulturerbe Venedig wegen des fehlenden Einlaufverbots auf eine schwarze Liste zu setzen. Seit Jahren kämpfen Einheimische und Aktivisten gegen die großen Kreuzfahrtschiffe. Die von ihnen verursachten Wellen verschmutzten die Umwelt und bedrohten nicht nur das Fundament der Stadt sondern auch das Ökosystem der Lagune. Die extrem nah entlang der Küste fahrenden Schiffe stellen zudem eine Gefahr für andere Schiffe dar.

Das Verbot gilt für Schiffe von über 25.000 Tonnen, mehr als 180 Metern Länge oder mehr as 35 Metern Höhe. Das sei allerdings lediglich eine vorläufige Lösung. Die großen Kreuzfahrtschiffe wiegen meist das Vierfache, teilweise bis zu 200.000 Tonnen. Nun können nur noch kleine Passagierschiffe und Transportschiffe durch die Lagune fahren. 

Die jahrelange Debatte war nach der Rückkehr der Kreuzfahrtschiffe Anfang Juni nach einer Corona-bedingten langen Pause wieder aufgeflammt. Vor der Corona-Pandemie waren mit den Kreuzfahrtschiffen jedes Jahr Millionen Besucher in die Lagunenstadt geströmt.

Für Kreuzfahrtanbieter wie Carnival Cruises, zu dem auch Aida gehört, dürfte das Einlaufverbot ein herber Rückschlag sein. Venedig mit dem legendären Markusplatz ist ein beliebtes Reiseziel. Das neue Gesetz sieht dem Kultusministerium zufolge eine Entschädigung für betroffene Firmen und Arbeiter vor. Von Carnival war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

(peng/Reuters/AFP)