Tricks bei Wahlen in den USA Amerikas verbogene Demokratie

Analyse | Washington · Bürger werden von Wählerlisten gestrichen, Wahlkreise taktisch neu geschnitten, Wahllokale dichtgemacht: In den USA wird schon immer nach Kräften getrickst, um bei Urnengängen die Konkurrenz zu schwächen.

 Ein Wähler bei der Präsidentschaftswahl in Pacific Palisades (Kalifornien) im November 2012.

Ein Wähler bei der Präsidentschaftswahl in Pacific Palisades (Kalifornien) im November 2012.

Foto: dpa/Michael Nelson

Am Wahltag im November 2018 hatte Stacey Abrams allen Grund, optimistisch zu sein. Die Demokratin kandidierte im US-Bundesstaat Georgia als Gouverneurin. Und sie hatte ihre Hausaufgaben gemacht. Monatelang hatte ihr Team neue Wähler registriert – eine wichtige Grundlage für jeden Wahlsieg in einem Land, in dem nicht jeder Staatsbürger automatisch ins Wählerverzeichnis aufgenommen wird. Sie wollte als erste schwarze Frau zur Regierungschefin eines amerikanischen Bundesstaats aufsteigen. Die Umfragen waren vielversprechend. Ein historischer Sieg lag in der Luft. Doch es kam anders.