USA: Russin wegen Agententätigkeit angeklagt

US-Gericht in Washington verhört Studentin : Russin wegen mutmaßlicher Spionage festgenommen

In Washington ist eine 29-jährige Russin festgenommen worden. Sie soll im Auftrag des Kreml versucht haben, amerikanische Institutionen zu unterwandern. Die junge Frau war vor zwei Jahren als Studentin in die USA gereist.

Die 29-jährige Maria B. wird beschuldigt, an einer Verschwörung der russischen Regierung zur Beeinflussung der US-Politik beteiligt gewesen zu sein, teilte das Justizministerium in Washington am Montag mit. Maria B. wird verdächtigt, auf Anweisung eines hochrangigen Kreml-Mitarbeiters geplant zu haben, amerikanische politische Organisationen zu unterwandern, darunter eine Waffenlobbygruppe. Das ging aus Gerichtsunterlagen hervor, die am Montag öffentlich wurden.

In dem Gerichtsdokument heißt es, Maria B. habe unter anderem Kontakte zu US-Politikern sowie zu der mächtigen Waffenlobby NRA geknüpft und an Treffen von Lobbyistenvereinigungen teilgenommen.

Laut Ermittlungen der Bundespolizei FBI habe sie unter anderem "private" Kommunikationskanäle zu US-Politikern herstellen wollen, um in den "nationalen Entscheidungsapparat der Vereinigten Staaten einzudringen" und so die Interessen der russischen Regierung zu "befördern".

Die junge Frau war im August 2016 mit einem Studentenvisum in die USA eingereist. Sie wurde am Sonntag in Washington festgenommen und am Montag einer Richterin vorgeführt. Ihre Festnahme reiht sich in eine Serie von Strafverfolgungsaktivitäten der US-Behörden gegen mutmaßliche russische Einmischungen in die US-Politik ein.

Erst am Freitag hatte ein Geschworenengremium zwölf Mitarbeiter des russischen Militärgeheimdienstes GRU wegen Hackerangriffen auf die Demokratische Partei und deren Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton im Wahlkampf 2016 angeklagt. Bereits im Februar waren 13 andere russische Staatsbürger wegen Desinformationskampagnen im Internet unter Anklage gestellt worden.

US-Präsident Donald Trump wollte sich am Montag bei seinem Treffen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin nicht die Erkenntnisse seiner eigenen Behörden zu eigen machen, dass sich Russland massiv in den US-Wahlkampf vor zwei Jahren eingemischt habe. Er sagte, Putins Dementi solcher Einmischungen sei "extrem stark und kraftvoll" gewesen.

(juju/afp/dpa)
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