1. Politik
  2. Ausland

USA: Moskau schürt Chaos in der Ukraine

Kerry vereinbart Treffen mit Lawrow : USA: Moskau schürt Chaos in der Ukraine

Während im Osten der Ukraine zunehmend Gewalt aufflammt, haben US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow ein Treffen zur Beilegung der Krise verabredet. Die USA beschuldigt Moskau an dem Aufruhr beteiligt zu sein.

Das Gespräch solle "in der nächsten Woche in Europa" stattfinden, sagte Kerry am Dienstag vor dem US-Senat in Washington. Kerry hatte am Montag in einem Telefonat mit Lawrow einen baldigen Krisengipfel mit Vertretern aus Kiew, Moskau und der EU vorgeschlagen. Kerry beschuldigte Moskau, Unruhe in der Ost-Ukraine zu stiften, um eine mögliche militärische Intervention zu rechtfertigen. Russland versuche das Nachbarland weiter zu destabilisieren, sagte Kerry. Es seien "russische Provokateure und Agenten" entsandt worden, um Chaos in der Region zu verursachen. Dies sei "illegal, illegitim" und "absolut inakzeptabel", sagte Kerry.

Derweil ist die Ukraine unter Bedingungen bereit zu internationalen Gesprächen mit Russland. Zu Verhandlungen könnten nur offizielle Vertreter der Ukraine, Russlands, der EU und der USA zugelassen werden, sagte Außenamtssprecher Jewgeni Perebijnis am Dienstag in Kiew. Zur Beilegung des Konflikts solle Moskau seine "aggressiven und subversiven Handlungen einstellen und auf Eroberungspläne verzichten". Bedingung sei zudem der Abzug russischer Streitkräfte von der ukrainischen Grenze und von der Krim.

Unterdessen schicken die USA ein Kriegsschiff ins Schwarze Meer. Es soll dort an Übungen teilnehmen und die "erhöhte Bereitschaft" der USA sicherstellen, sagte eine Pentagon-Sprecherin der dpa am Dienstag. Medienberichten zufolge handelt es sich um den mit Flugabwehrraketen ausgestatteten Zerstörer "USS Donald Cook". Das im spanischen Rota stationierte Schiff soll innerhalb einer Woche am Zielort eintreffen. Mit der Verlegung wolle das Pentagon ein Zeichen der Unterstützung an die Verbündeten in Osteuropa senden. Ein anderes US-Schiff, die "USS Truxton", hatte das Schwarze Meer am 21. März wieder verlassen.

 US-Außenminister John Kerry (rechts) und sein russischer Kollege Sergej Lawrow wollen über die Ukraine-Krise beraten.
US-Außenminister John Kerry (rechts) und sein russischer Kollege Sergej Lawrow wollen über die Ukraine-Krise beraten. Foto: afp, PAUL J. RICHARDS

Die Lage im Osten der Ukraine hatte sich in den vergangenen Tagen zugespitzt. Am Sonntag stürmten prorussische Demonstranten Verwaltungsgebäude in Donezk, Charkiw und Lugansk und hissten russische Flaggen. In Donezk riefen sie am Montag eine "souveräne Volksrepublik" aus, die von Kiew unabhängig sein soll.

(AFP/dpa)