USA kritisieren Festnahme kubanischer Dissidenten

Polizeiaktion : USA kritisieren Festnahme kubanischer Dissidenten

Die USA haben die Festnahme mehrerer kubanischer Dissidenten scharf kritisiert. Die Männer waren am Dienstag vor einer provokanten Kunstaktion in Havanna festgenommen oder unter Hausarrest gestellt worden.

"Wir verurteilen die anhaltende Drangsalierung und wiederholten willkürlichen Festnahmen durch die kubanische Regierung scharf", teilte das US-Außenministerium am Mittwoch mit. Das teils gewaltsame Vorgehen der Führung in Havanna diene dazu, "Kritiker zum Schweigen zu bringen, friedliche Versammlungen sowie die Meinungsfreiheit einzuschränken und Bürger einzuschüchtern". Die USA seien "tief besorgt" über die jüngsten Berichte über Festnahmen friedlicher Mitglieder der Zivilgesellschaft und Aktivisten.

Der Dissident Elizardo Sánchez sagte der Nachrichtenagentur AFP, er wisse von zehn Fällen. Die Performancekünstlerin Tania Bruguera, die zu der Kunstaktion aufgerufen hatte, war zunächst unauffindbar. Bruguera hatte ihre Landsleute dazu aufgerufen, am Dienstag auf den zentralen Revolutionsplatz der Hauptstadt Havanna zum Mikrofon zu greifen, um ihre Wünsche für die Zukunft des Landes zu äußern.

Erst vor zwei Wochen hatten sich Kuba und die USA in einem historischen Schritt darauf verständigt, nach einem halben Jahrhundert wieder diplomatische Beziehungen aufzunehmen. Die jüngsten Festnahmen in Kuba dürften US-Kritikern der Annäherung zwischen beiden Ländern neuen Auftrieb geben. Unter den Kritikern sind zahlreiche Mitglieder des US-Kongresses, die gefordert hatten, es müsse zunächst Zugeständnisse bei den Menschenrechten geben.

(AFP)
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