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USA: Joe Biden als Präsident vereidigt - so gratuliert die Welt

Vom Papst bis Eva Longoria : So gratuliert die Welt dem neuen US-Präsidenten Biden

Donald Trump ist weg, und Joe Biden ist als neuer Präsident der USA vereidigt worden. Viele Politiker zeigen sich erleichtert über die Amtsübergabe. Der 78-jährige Biden bekommt Glückwünsche aus aller Welt.

Papst Franziskus hat Joe Biden zur Vereidigung zum neuen Präsidenten der USA Kraft und Weisheit für das Amt gewünscht. „Mögen die Amerikaner unter ihrer Führung weiter Kraft aus den hohen politischen, ethischen und religiösen Werten schöpfen, die die Nation seit ihrer Gründung inspiriert haben“, schrieb das Oberhaupt der katholischen Kirche in einer Nachricht an das Weiße Haus am Mittwoch. Der Pontifex wolle dafür beten, dass Biden für eine Gesellschaft mit „echter Gerechtigkeit und Freiheit“ sorge und vor allem an die Rechte und Würde der Armen, Verwundbaren und derjenigen denke, die keine Stimme hätten. Er bitte Gott, seine Bemühungen zu leiten, das Verständnis, die Versöhnung und den Frieden in den USA und unter den Ländern der Welt weiter voranzutreiben. Mit der Vereidigung ist der bekennende Katholik Joe Biden der 46. Präsident der Vereinigten Staaten.

Die Nato hat die Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Joe Biden als „Beginn eines neues Kapitels für das transatlantische Bündnis“ bezeichnet. „Die Führung in den USA bleibt unverzichtbar bei der Zusammenarbeit zum Schutz unserer Demokratien, unserer Werte und der regelbasierten internationalen Ordnung“, schrieb Generalsekretär Jens Stoltenberg zusammen mit Glückwünschen an Biden. Er freue sich auf eine enge Zusammenarbeit mit dem neuen US-Präsidenten und darauf, ihn später im Jahr zu einem Nato-Gipfel in Brüssel willkommen zu heißen. Unter Präsident Donald Trump war das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und der Nato äußerst angespannt gewesen. Trump hatte ohne Rücksicht auf die Folgen mehrfach Zweifel daran geweckt, ob die USA im Ernstfall ihrer Verpflichtung zum militärischen Beistand nachkommen würden. Hinzu kamen die nicht abgesprochene Ankündigung eines Rückzugs von US-Truppen aus Deutschland und andere Alleingänge. Zum Entsetzen der Alliierten drohte Trump sogar mit dem Nato-Austritt. Als Themen für die Nato in den nächsten Jahren nannte Stoltenberg unter anderem die sicherheitspolitischen Konsequenzen des Aufstiegs Chinas, die Bedrohungen durch den Terrorismus sowie das Auftreten Russlands. „Keiner von uns kann sich diesen Herausforderungen alleine stellen, aber gemeinsam in der Nato repräsentieren wir eine Milliarde Menschen und die Hälfte der militärischen und wirtschaftlichen Macht der Welt“, kommentierte er.

Russland hat die neue US-Regierung zu einem „konstruktiveren“ Ansatz in den Gesprächen über die Verlängerung des Abrüstungsvertrags New Start aufgefordert. Moskau sei dazu auf Grundlage des „Prinzips der Gleichberechtigung und der Berücksichtigung beiderseitiger Interessen“ bereit, teilte das Außenministerium am Mittwoch nach der Vereidigung von Joe Biden zum neuen US-Präsidenten mit. Washington und Moskau verhandeln derzeit über eine Verlängerung des New-Start-Abkommens, das letzte atomare Abrüstungsabkommen zwischen den beiden Ländern. Es läuft nach jetzigem Stand am 5. Februar aus, bisher gibt es keine Einigung über eine Fortsetzung.

Der britische Premierminister Boris Johnson freut sich auf die Zusammenarbeit mit Joe Biden. Per Twitter gratulierte der konservative Politiker am Mittwoch dem neuen US-Präsidenten und seiner Vizepräsidentin Kamala Harris zur „historischen“ Amtseinführung. „Amerikas Führung ist elementar in Fragen, die uns alle betreffen, vom Klimawandel bis Covid, und ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Präsident Biden“, so Johnson. Das Verhältnis zwischen dem britischen Premier und dem neuen US-Präsidenten gilt als vorbelastet. Johnson hatte sich bei den US-Demokraten keine Freunde gemacht, als er im Wahlkampf vor dem Brexit-Referendum 2016 Ex-Präsident Barack Obama in einem Zeitungsartikel unterstellte, wegen seiner kenianischen Wurzeln einen Groll gegen die ehemalige Kolonialmacht Großbritannien zu hegen. Biden bezeichnete Johnson später als „physischen und emotionalen Klon“ seines Amtsvorgängers Donald Trump.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hat dem neuen US-Präsidenten Joe Biden zur Vereidigung gratuliert. „Kanada und die USA genießen eine der ungewöhnlichsten Beziehungen auf der Welt“, sagte Trudeau. „Unsere beiden Länder sind mehr als Nachbarn - wir sind enge Freunde, Partner und Verbündete.“ Trudeau sagte weiter, er freue sich auf die Zusammenarbeit mit Biden und seiner Vizepräsidentin Kamala Harris - „beim Streben danach, unsere Länder sicherer, wohlhabender und widerstandsfähiger zu machen“. Die Beziehung zwischen den beiden Ländern galt unter Bidens republikanischem Vorgänger Donald Trump als angespannt.

Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador hat seinem neuen Amtskollegen im Nachbarland USA, Joe Biden, zu dessen Amtseinführung „alles Gute“ gewünscht. Er sei optimistisch, dass die Beiden ein gutes Verhältnis haben würden, sagte López Obrador am Mittwoch in seiner täglichen Pressekonferenz. Der 67-jährige Linkspopulist äußerte sich aber auch kritisch zu den Beziehungen der nordamerikanischen Nachbarländer, zwischen denen es zuletzt Irritationen nach der Festnahme eines mexikanischen Ex-Verteidigungsministers in den USA gegeben hatte. „Wir wollen Zusammenarbeit, aber mit Achtung unserer Souveränität“, sagte López Obrador. Zu dem Ex-US-Präsidenten Donald Trump habe er ein gutes Verhältnis gehabt, wovon Mexiko profitierte habe. Es habe in der Vergangenheit aber auch „unzulässige Einmischung in unsere Souveränität“ gegeben. Die Regeln der Zusammenarbeit müssten daher klar definiert werden. López Obrador hatte vor seinem eigenen Amtsantritt Ende 2018 Trump noch scharf kritisiert und dessen Bemerkungen über mexikanische Einwanderer als rassistisch bezeichnet. Als Präsident übte er jedoch öffentlich keine Kritik mehr an Trump. Bei seiner bislang einzigen Auslandsreise als Präsident - im vergangenen Juli nach Washington - dankte López Obrador Trump für dessen Achtung der mexikanischen Souveränität. Unter Druck und Drohungen Trumps verpflichtete sich die Regierung von López Obrador vor rund eineinhalb Jahren, Soldaten einzusetzen, um mittelamerikanische Migranten auf dem Weg in die USA aufzuhalten.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat nach der Vereidigung des neuen US-Präsidenten Joe Biden die Hoffnung auf eine enge Zusammenarbeit geäußert. Netanjahu gratulierte Biden und Vizepräsidentin Kamala Harris am Mittwoch nach deren Vereidigung. „Präsident Biden, wir unterhalten seit Jahrzehnten eine warme persönliche Freundschaft“, sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros. Er freue sich auf eine Zusammenarbeit mit Biden, „um das Bündnis zwischen USA und Israel weiter zu stärken, den Frieden zwischen Israel und der arabischen Welt auszuweiten und sich gemeinsamen Herausforderungen zu stellen, vor allem der Bedrohung durch den Iran“, sagte der israelische Ministerpräsident. Er wünsche Biden den größten Erfolg. Netanjahu galt als einer der engsten Verbündeten Trumps. Biden ist als Kritiker der israelischen Siedlungspolitik bekannt, die Trumps Regierung zuletzt unterstützt hatte. Außerdem hat Israel die Sorge, Biden könnte anders als sein Vorgänger gegenüber Teheran eine Art Beschwichtigungspolitik führen. Trump wollte den Iran mit einer Politik des maximalen Drucks zwingen, das Atomabkommen neu zu verhandeln und dabei härteren Auflagen zuzustimmen. Trump war im Mai 2018 aus Atomdeal ausgestiegen.

Der Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO gratuliert Biden und Harris zum Amtsantritt. "Auf eine gesündere, fairere, sicherere und nachhaltigere Welt", schreibt Tedros Adhanom Ghebreyesus auf Twitter. Biden hat erklärt, den von seinem Vorgänger Donald Trump eingeleiteten Rückzug der USA aus der WHO rückgängig zu machen. Trump hatte der UN-Behörde vorgeworfen, bei der Koordinierung der Corona-Bekämpfung versagt zu haben.

EU-Ratschef Charles Michel hat US-Präsident Joe Biden zur Vereidigung gratuliert. Seine Glückwünsche richtete er auch an Vizepräsidentin Kamala Harris, die am Mittwoch als erste Frau in diesem Amt vereidigt wurde. „Wie alle Menschen verdient das amerikanische Volk Anführer, die sich die Hoffnungen und Sorgen der Menschen zu Herzen nehmen“, sagte Michel in einer Videobotschaft. Er vertraue Biden und Harris, dass sie genau dies täten.

Der Präsident des Europaparlaments David Sassoli sieht in der Amtseinführung des US-Präsidenten Joe Biden den Beginn einer neuen Ära für die transatlantischen Beziehungen. „Die Welt braucht ein starkes Band zwischen Europa und den Vereinigten Staaten“, hieß es in einer Erklärung vom Mittwochabend. Gemeinsam könne man Herausforderungen besser bewältigen - etwa den Klimawandel, die digitale Transformation und zunehmende Ungleichheiten. Man befinde sich durch die Corona-Pandemie noch immer in einer Krise, die nur gemeinsam bewältigt werden könne, sagte Sassoli. „Daher begrüße ich die Zusage der Vereinigten Staaten, in die Weltgesundheitsorganisation zurückzukehren, und gratuliere Ihnen zu ihrem Bekenntnis, dem Pariser Abkommen wieder beizutreten.“ Sassoli lud den neuen US-Präsidenten zudem ein, in das Europaparlament zu kommen und in einer Plenarsitzung zu sprechen.

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hat dem neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten zur Vereidigung gratuliert. „Ich wünsche Präsident Joe Biden und Vize-Präsidentin Kamala Harris gute Arbeit“, schrieb der Regierungschef am Mittwoch auf Twitter. „Das ist ein großer Tag für die Demokratie, der über die Grenzen Amerikas hinausgeht.“ Conte bekräftigte zudem, mit den USA in Zukunft zusammenarbeiten zu wollen. Italien stehe bereit, um den Herausforderungen der gemeinsamen internationalen Agenda mit den Vereinigten Staaten zu begegnen, erklärte Conte. Mit der Vereidigung ist Joe Biden der 46. Präsident der Vereinigten Staaten.

Die ersten deutschen Reaktionen auf die Rede des neuen US-Präsidenten zu seiner Amtseinführung sind überwiegend geprägt von Erleichterung, Begeisterung und Zuversicht - und nehmen auch Deutschland für die Wiederbelebung der Freundschaft in die Pflicht. Zu den Stimmen aus Deutschland gelangen Sie hier.

Auch Prominente gratulierten Joe Biden: Unter Tränen verfolge sie diesen „außergewöhnlichen Moment“ für Frauen in den USA und der ganzen Welt, kommentierte Moderatorin Oprah Winfrey die Vereidigung von Harris als erste weibliche Vizepräsidentin in Washington. „Heute machen wir Geschichte!“, freute sich die Schauspielerin Eva Longoria in einem Tweet. Talkshow-Host Jimmy Kimmel gratulierte: „Wir wissen, dass ihr euer Bestes geben werdet, Amerika wieder gut zu machen.“ Sie sei froh, so viele bunte Farben zu sehen, statt nur rot und blau, erklärte Schauspielerin Jamie Lee Curtis mit Blick auf mehr Vielfalt. „Ein neuer Tag. Neue Ideen. Neue Hoffnung.“ Er sei „endlich weg“, der „Albtraum“ habe ein Ende gefunden, schrieb der Schauspieler Mark Ruffalo über den Abgang von Donald Trump. Das Land werde sich von den Wunden erholen und erneuern.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hier schwören Joe Biden und Kamala Harris den Amtseid

(mba/dpa)