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USA: Ehemaliger republikanischer Präsidentschaftskandidat Bob Dole ist tot

Nach schwerer Krankheit : Ehemaliger US-Präsidentschaftskandidat Bob Dole gestorben

Der langjährige republikanische Senator galt als scharfzüngiger Redner, aber er genoss Respekt auch bei den Demokraten. US-Präsident Biden erinnert sich voller Hochachtung an den Kollegen.

Der ehemalige Senator und US-Präsidentschaftskandidat Bob Dole ist tot. Der republikanische Politiker sei am Sonntagmorgen im Alter von 98 Jahren im Schlaf gestorben, teilte seine Ehefrau Elizabeth Dole in den sozialen Medien mit. Dole hatte im Februar 2021 erklärt, er leide an Lungenkrebs. Seine Karriere in Washington erstreckte sich über 36 Jahre und machte ihn zu einem der einflussreichsten Senatoren im Kapitol.

Dole unternahm drei Anläufe, um Präsident der Vereinigten Staaten zu werden. Zuletzt trat er dabei 1996 gegen Bill Clinton an, der sich die Wiederwahl sicherte. Dole bewarb sich bereits 1980 und 1988 erfolglos um die Präsidentschaftskandidatur seiner Partei und war 1976 an der Seite von Präsident Gerald Ford Vizepräsidentschaftskandidat der Republikaner. Die beiden verloren die Wahl.

Als Senator für seinen Heimatstaat Kansas prägte Dole die Steuerpolitik, die Außenpolitik, Landwirtschafts- und Ernährungsprogramme und die Rechte für Behinderte. Er war maßgeblich daran beteiligt, den Schutz vor Diskriminierung in den Bereichen Beschäftigung, Bildung und öffentliche Dienstleistungen gesetzlich zu verankern. Seine späteren Jahre widmete er den verwundeten Veteranen, ihren gefallenen Kameraden und dem Gedenken an die Generation der Soldaten des Zweiten Weltkriegs.

Dole wurde selbst im Zweiten Weltkrieg schwer verwundet. Als er 1945 in Norditalien eine deutsche Stellung angriff, wurde er von einem Granatsplitter getroffen, der zwei Wirbel zertrümmerte und seine Arme und Beine lähmte. Der junge Zugführer der Army verbrachte drei Jahre in einem Krankenhaus und konnte seine rechte Hand nie wieder benutzen. Um diejenigen, die ihm die Hand geben wollten, nicht in Verlegenheit zu bringen, hielt Dole in dieser immer einen Stift und streckte die linke Hand aus.

Dole konnte mit seinen Konkurrenten, ob Demokraten oder Republikaner, gnadenlos sein. Als George Bush ihn 1988 in den Vorwahlen der Republikaner in New Hampshire besiegte, fuhr er ihn an: „Hören Sie auf, über meine Leistungen zu lügen“ - eine damals schockierende Äußerung. Doch als Bush im Dezember 2018 starb, waren die alten Rivalitäten vergessen, als Dole vor Bushs Sarg in der Rotunde des Kapitols erschien. Ein Helfer hob ihn aus dem Rollstuhl, der geschwächte und sichtlich traurige Dole richtete sich langsam auf und salutierte mit der linken Hand vor seinem einstigen Konkurrenten.

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Trotz seiner unnachgiebigen Art glaubte er fest an den Senat als Institution und genoss bei vielen Demokraten Respekt und sogar Zuneigung. Nur wenige Tage, nachdem Dole seine Krebsdiagnose bekannt gegeben hatte, besuchte ihn US-Präsident Joe Biden in seinem Haus, um ihm alles Gute zu wünschen. Das Weiße Haus erklärte, die beiden seien seit ihrer Zeit im Senat eng befreundet.

Biden erinnerte in einer Erklärung am Sonntag daran, dass eines seiner ersten Treffen außerhalb des Weißen Hauses nach seiner Vereidigung als Präsident das mit den Doles in ihrem Haus in Washington war. Es war „als wäre es erst gestern gewesen, dass wir im Speisesaal des Senats gemeinsam gelacht oder im Senat über die großen Themen des Tages debattiert haben, oft gegeneinander“, teilte Biden mit. „Ich sah in seinen Augen das gleiche Licht, den gleichen Mut und die gleiche Entschlossenheit, die ich schon so oft gesehen habe.“

(jma/dpa/AP)