USA: Darum ist Präsident Donald Trump jetzt für mehr Migration

Bedarf an Arbeitskräften in den USA : Trump ist jetzt für mehr legale Migration

Ein Satz ließ in Donald Trumps Rede zur Lage der Nation aufhorchen: Er wolle, dass Menschen „in der größten Zahl überhaupt in unser Land kommen“. Die Kehrtwende hat der Präsident jetzt bestätigt.

US-Präsident Donald Trump hat sich überraschend für mehr legale Einwanderung in sein Land ausgesprochen. Grund sei ein erwarteter Bedarf an Arbeitern angesichts der anziehenden Konjunktur in seiner Amtszeit, sagte Trump am Mittwoch vor Lokalreportern. Am Vorabend hatte er in seiner Rede zur Lage der Nation im Kongress mit einer Aussage für Aufsehen gesorgt, wonach er wolle, dass Menschen „in der größten Zahl überhaupt in unser Land kommen“, aber auf legale Weise. Eine Reporterfrage, ob dieser Satz eine Kehrtwende in seiner Politik markiere, bejahte Trump.

In einer Abschrift, die aus den Reihen der Zeitung „The Advocate“ getwittert wurde, wird der Präsident mit folgenden Worten zitiert: „Ich will, dass mehr Leute kommen, weil wir Leute brauchen, die die Fabriken führen und Werke und Unternehmen, die wieder zurückziehen.“

In seiner Rede zur Lage der Nation hatte Trump gesagt, dass illegal einreisende Migranten der amerikanischen Mittelschicht die Arbeit wegnehmen würden. Doch legt das Gros jüngster Wirtschaftsstudien nahe, dass Einwanderung langfristig keine erheblichen Auswirkungen auf das Jobwachstum unter in den USA geborenen Arbeitern habe.

Bisher brachte Trump eine Reihe von Maßnahmen auf den Weg, die legale Migration in die USA drastisch beschneiden würden. Dazu gehört etwa eine Beschränkung des Familiennachzugs. In den vergangenen zwei Jahren haben die USA unter Trump die Aufnahmegrenze für Flüchtlinge massiv abgesenkt. Die migrationsfreundliche Denkfabrik Cato Institute schätzte zudem, dass unter dessen bisherigen Pläne die Zahl legal einreisender Migranten um bis zu 44 Prozent fallen würde - der größte Rückgang bei der legalen Einwanderung seit den 1920er Jahren.

Im Falle einer verstärkten Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte ließe sich aus Sicht von Experten schwer einschätzen, wie viele Jobs durch neue Fabriken entstehen würden. Die Ausgaben für den Bau von US-Produktionsstätten haben nach einem Rückgang von 2016 bis weit ins Jahr 2018 noch nicht nennenswert angezogen, wie aus Daten des Statistikbüros hervorgeht. Ob und wie Trumps neue Vorstellungen in politische Initiativen oder Maßnahmen gegossen werden können, teilte das Weiße Haus auf Anfrage zunächst nicht mit.

(krondpa)
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