„Das sind Tiere“ Trump verschärft Hetze gegen Migranten

Grand Rapids/Washington · Donald Trump ist für hasserfüllte Aussagen bekannt. Im Wahlkampf verschärft der Republikaner beim Thema Migration seinen Ton weiter. In Michigan bezeichnet er Einwanderer als Tiere.

 Donald Trump, US-Präsidentschaftskandidat der Republikaner, während eines Wahlkampfauftritts in Michigan.

Donald Trump, US-Präsidentschaftskandidat der Republikaner, während eines Wahlkampfauftritts in Michigan.

Foto: dpa/Paul Sancya

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump hat Einwanderer, die sich illegal in den USA aufhalten, erneut als „Tiere“ bezeichnet. Schon seit Jahren hetzt der frühere US-Präsident gegen Migranten und Ausländer. Im Wahlkampf hat er seine Rhetorik weiter verschärft und schürt gezielt Ängste.

Bei einem Auftritt in Grand Rapids im Bundesstaat Michigan zählte Trump mehrere Kriminalfälle auf, in die illegal im Land lebende Einwanderer verwickelt waren, und warnte vor Gewalt und Chaos in den USA, wenn er die Präsidentschaftswahlen am 5. November nicht gewinnen würde. „Die Demokraten sagen: 'Bitte nennen Sie sie nicht Tiere, sie sind Menschen'. Ich sage: 'Nein, das sind keine Menschen, das sind keine Menschen, das sind Tiere'“, sagte Trump. Südamerikanische Länder schickten ihre Kriminellen absichtlich in die USA.

In seinen Wahlkampfreden wiederholt Trump häufig ohne Beweise, dass illegale Einwanderer aus den Gefängnissen und „Irrenanstalten“ ihrer Heimatländer geflohen seien und die Gewaltkriminalität in den Vereinigten Staaten anheizten.
Dem demokratischen Präsidenten Joe Bidenwarf Trump vor, er richte mit seiner Grenzpolitik ein „Blutbad“ an. Trump behauptete, durch Bidens Migrationspolitik sei Amerika mit einer „Invasion“ von Verbrechern aus anderen Ländern konfrontiert.

Unter Biden sei jeder US-Bundesstaat ein Grenzstaat und jede US-Stadt eine Grenzstadt, sagte der voraussichtliche Herausforderer des Amtsinhabers bei der Präsidentenwahl.

Trump hetzte weiter: „Wir werden die Plünderung, die Vergewaltigung, das Abschlachten und die Zerstörung unserer amerikanischen Vorstädte, Städte und Gemeinden stoppen.“ Im Fall einer Wiederwahl werde er am ersten Tag im Amt die Grenze abriegeln. „Und wir werden mit der größten Abschiebeaktion in der Geschichte unseres Landes beginnen“, sagte der Republikaner. Er warnte zugleich, das Land werde „aufhören zu existieren“, wenn er nicht wieder zum Präsidenten gewählt werde.

Trump bedient sich regelmäßig radikaler Rhetorik, benutzt hasserfüllte und entmenschlichende Sprache, tut sich mit rassistischen Aussagen hervor und hetzt gegen Minderheiten. Erst kürzlich hatte er ausgerechnet mit dem Begriff „Blutbad“, das er in Michigan ins Zentrum seiner Rede stellte und in großen Lettern an seinem Stehpult zeigte, in anderem Zusammenhang für Aufsehen gesorgt.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung im Bundesstaat Ohio hatte der Ex-Präsident Mitte März darüber gesprochen, wie er den Verkauf chinesischer Autos auf dem US-Markt erschweren will. „Wenn ich nicht gewählt werde, wird es ein Blutbad geben. (...) Es wird ein Blutbad für das Land sein.“ Das schlug große Wellen. Trumps Wahlkampfteam wiegelte ab und bemühte die Argumentation, der 77-Jährige habe nur über die US-Autoindustrie gesprochen, das „Blutbad“-Zitat sei aus dem Kontext gerissen geworden. In Grand Rapids ging Trump auf die Kontroverse ein und sagte, man habe versucht, ihm den Begriff auf falsche Weise zuzuordnen. Was Biden anrichte, sei tatsächlich ein „Blutbad“.

Laut einer Ende Februar veröffentlichten Reuters/Ipsos-Umfrage bezeichnen 38 Prozent der befragten republikanischen Wähler und jeder fünfte unabhängige Wähler die Einwanderung als das wichtigste Thema in den USA.

Nach Aussagen von Experten begehen Menschen, die illegal in die USA gekommen sind, nicht häufiger Gewaltverbrechen als gebürtige US-Bürger. „Donald Trump bedient sich einer extremen Rhetorik, die Spaltung, Hass und Gewalt in unserem Land fördert“, sagte der Kommunikationsdirektor der Wahlkampagne des US-Präsidenten Joe Biden, Michael Tyler, am Dienstag bereits vor Trumps Rede zu Journalisten. „Er ermutigt weiße Nationalisten und feuert das ekelhafte Verhalten der extremen Rechten an“, sagte Tyler.

(juju/dpa/rts)
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