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Cain, Perry und die anderen: Wie sich US-Politiker blamierten

Cain, Perry und die anderen : Wie sich US-Politiker blamierten

Innerhalb von kürzester Zeit sorgten gleich zwei US-Republikaner für herzhaftes Gelächter bei den Wählern. Während Rick Perry nicht die drei Behörden benennen konnte, die er schließen möchte, fiel Herman Cain nichts zu Libyen ein. Damit stehen die beiden aber nicht allein da, denn auch andere US-Politiker blamierten sich schon mal bis auf die Knochen - und kamen auf der Karriereleiter dennoch weit nach oben.

Es war der Gesprächsstoff an diesem Dienstag: Herman Cain und seine Haltung zu Obamas Libyen-Politik. In einem Interview konnte er die Frage einfach nicht beantworten, sondern hatte einen Hänger. "Äh...Libyen...", sagte er, dann folgte Schweigen. Dann fragte er noch: "Obama hat doch den Aufstand unterstützt oder?", um sich schließlich in der Halbantwort zu retten, dass er Obamas Politik ablehne.

Für die Republikaner ist es erneut ein Rückschlag im Präsidentschaftswahlkampf gegen den Amtsinhaber Barack Obama. Denn so schwach dieser augenblicklich auch scheint, so sehr profitiert er von den Pannen der Republikaner. Doch noch ist nicht aller Tage Abend, denn auch der frühere US-Präsident George W. Bush hatte so manchen Aussetzer - sowohl während seiner Zeit als Gouverneur von Texas als auch in dem höchsten Staatsamt.

Bush, die Menschen und die Fische

So hatte Bush etwa einmal als Gouverneur gesagt, dass er an die friedliche Koexistenz von Menschen und Fischen glaube. Und im Wahlkampf im Jahr 2000 dankte er den Wählern von Kansas, dass sie ihn in den Vorwahlen gewählt hatten. Doch eine solche Abstimmung gab es dort gar nicht. Kurz nach seinem Amtsantritt schließlich eine weitere Panne im TV. Die offizielle Fernsehaufzeichnung war zwar beendet, doch eine Kamera fing ein, wie Bush zu einem Gesprächspartner sagte: "Ich bin angetreten gegen Frieden, gegen Wohlstand und gegen die Verfassung." Immerhin, Bush hielt sich dann doch einige Jahre im Amt.

Fast schon in die Fußstapfen von Bush passt auch die ehemalige Gouverneurin von Alaska, Sarah Palin. Nicht nur, dass sie sagte, sie könne von ihrem Haus in Alaska aus Russland sehen. In einer Radio-Talkshow, so schreibt der Onlinedienst meedia.de, sprach sie auch davon, dass die USA auf der Seite ihrer nordkoreanischen Verbündeten stehen müsse.

Meedia.de erinnert aber auch noch an eine andere Blamage eines US-Republikaners. Und das war niemand anderes als John McCain, Obamas direkter Konkurrent im vergangenen Wahlkampf. In einem TV-Auftritt wollte er sich über dessen Abstimmverhalten im Senat aufregen. Er fragte demnach in die Runde: "Sie werden nie erraten, wer im Senat dafür gestimmt hat..." Allerdings fiel ihm in diesem Moment einfach nicht Obamas Name ein - und der stand ihm in der Sendung auch noch gegenüber.

Obama und die 57 US-Staaten

Die Pannenserie betrifft zwar immer wieder die Republikaner, aber auch die Demokraten sind nicht ganz davor gefeit. So hatte etwa Obama laut meedia.de gesagt, dass er im Wahlkampf alle 57 US-Staaten besucht habe - die USA haben aber nur 50 Staaten. Und US-Außenministerin Hillary Clinton hatte in einer TV-Debatte den Namen des künftigen russischen Präsidenten (Medwedew) nur stotternd über die Lippen gebracht, wie sueddeutsche.de schreibt.

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Auch der US-Vizepräsident leistete sich schon mal einen Stolperer. Wie die "Welt" schreibt, behauptete er einmal, dass sich in der Wirtschaftskrise von 1929 Franklin D. Roosevelt in einer TV-Ansprache an die Bürger wandte - es war aber Präsident Herbet Hoover, noch dazu im Radio.

Übrigens sind Perry und Cain nicht die einzigen derzeitigen Kandidaten der Republikaner, die sich bereits blamiert haben. Einen Frühstart legte die erzkonservative Michele Bachmann hin, die in einem Interview sagte, sie stamme aus derselben Stadt wie John Wayne. Während sie aber den Western-Schauspieler meinte, lebte in ihrer Stadt einst ein früherer Mörder namens John Wayne.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Herman Cain - Sprücheklopfer und Liebling der Republikaner

(das)