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Mitt Romney gibt Terroristen Tipps: "Wenn ich ein durchgeknallter Fanatiker wäre"

Mitt Romney gibt Terroristen Tipps : "Wenn ich ein durchgeknallter Fanatiker wäre"

Mitt Romney hat es nicht leicht in diesen Tagen: Die Popularität bei der Bevölkerung sinkt und damit auch die Umfragewerte. Kaum jemand traut ihm den Wahlsieg im November zu. Grund sind seine verbalen Aussetzer. Nun gibt er Terroristen auch noch Tipps.

Für Mitt Romney könnte sich das heimlich aufgenommene Video von seiner Rede auf einer Charity-Gala in Florida zum entscheidenden Stolperstein für den Ausgang der US-Wahl im November entwickeln. Aus seiner Ansprache im Mai werden immer mehr verstörende Details bekannt.

Nachdem er 47 Prozent seiner Landsleute unterstellt hatte, sich als Opfer des Staates zu fühlen und den Palästinensern im Nahost-Konflikt jeglichen Friedenswillen absprach, gab er dem Iran und den Mullahs sogar Ratschläge zum Angriff auf die USA. Das Regime in Teheran wird vorgeworfen, an der Atombombe zu bauen.

"Wenn ich der Iran wäre"

"Wenn ich der Iran wäre, ein durchgeknallter Fanatiker, dann würde ich sagen: Lass uns der Hisbollah spaltbares Material geben. Die sollen das dann nach Chicago oder sonst wohin bringen." Warum Romney in diesem Zusammenhang ausgerechnet die Metropole Chicago als Ziel wählte, bleibt unbeantwortet.

Vor dem Hintergrund, dass Obama seinen Wohnsitz in der drittgrößten Stadt der USA hat, erhält dieser Appell allerdings einen noch faderen Beigeschmack. Doch damit nicht genug. "Falls irgendwas schief gehen sollte oder die USA sich aufspielen sollten" stotterte Romney auf der Gala weiter, "könnten wir sagen: 'Ratet mal, was wir hier haben! Wenn ihr nicht zurück weicht, feuern wir eine schmutzige Bombe ab!''"

In dem Zusammenhang demonstrierte Romney erneut schlechte Geografiekenntnisse, indem er Syrien als Nachbarland eines möglichen Palästinenserstaates nannte. Romney warf den Palästinensern zudem vor, "der Zerstörung und Vernichtung Israels verpflichtet" zu sein.

Romney sind alle Amerikaner wichtig

Er sprach sich dafür aus, Israel zu stärken und sich nicht den Palästinensern zu beugen. "Die Idee, Israel dazu zu drängen, etwas aufzugeben, um die Palästinenser zum Handeln zu bringen, ist die schlechteste Idee auf der Welt."

Nach seinen neuerlichen Fehltritten ist der republikanische Präsidentschaftskandidat auf Schadensbegrenzung aus. Auf einer Wahlkampfveranstaltung in Atlanta erklärte er, ihm sei das Wohl aller Amerikaner wichtig. "Mein Wahlkampf dreht sich um die 100 Prozent in Amerika."

Wirtschaft zurück auf die Agenda

Nach seiner Opfer-Wählerschelte versucht Romney krampfhaft, das Thema Wirtschaft auf die Agenda zurück zu holen. "Die Frage in diesem Wahlkampf ist nicht, wem die Armen und der Mittelstand wichtig sind. Mir sind sie wichtig, ihm sind sie wichtig. Die Frage ist, wer den Armen und der Mittelklasse helfen kann. Ich kann es. Er kann es nicht."

Umfragen indes sehen den Amtsinhaber mit einem deutlichen Vorsprung. Für den Wahlausgang entscheidend wird die Frage sein, wer die hart umkämpften Wählerschichten gewinnt. Sowohl bei den Frauen als auch den hispanischen Wählern liegt Obama vorn.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Clint Eastwood bizarrer Anti-Obama-Sketch

(nbe)