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USA-Wahl 2020: Pete Buttigieg kandidiert nicht mehr für Präsidentschaft

Überraschung bei den US-Demokraten : Pete Buttigieg steigt aus dem Präsidentschaftsrennen aus

Kurz vor den Vorwahlen am „Super Tuesday“ zieht der moderate Kandidat Pete Buttigieg seine Bewerbung um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten zurück. Es sei der beste Weg, um Partei und Land zusammenzubringen, sagte der 38-Jährige in Indiana.

Pete Buttigieg ist aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der US-Demokraten ausgestiegen. Er unterrichte am Abend zunächst seine Mitarbeiter und teilte seinen Entschluss später während einer Ansprache mit.

„Die Wahrheit ist, dass der Weg für unsere Kandidatur, wenn nicht für unsere Sache, zu einem Ende gekommen ist“, sagte Buttigieg in South Bend, Indiana. „Wir müssen erkennen, dass an diesem Punkt des Rennens der beste Weg, diesen Zielen und Idealen treu zu bleiben, darin besteht, zur Seite zu treten und zu helfen, unsere Partei und unser Land zusammenzubringen.“

Der Afghanistan-Kriegsveteran und frühere Bürgermeister von South Bend trotzte monatelang den Erwartungen inmitten eines Feldes bekannterer möglicher Kandidaten. Buttigieg gehörte zunächst zu den führenden Bewerbern um die demokratische Präsidentschaftskandidatur, konnte jedoch bei den ersten Vorwahlen nicht genügend Delegiertenstimmen sammeln. Er war der erste offen schwule Bewerber um die Kandidatur.

Am Samstag in South Carolina war Buttigieg nur auf den vierten Platz gekommen. Ex-Vizepräsident Joe Biden, der wie Buttigieg zum moderaten Flügel der Partei zählt, fuhr dort seinen ersten Sieg bei den bisher vier Vorwahlen der Demokraten ein. Vorne liegt bei den Vorwahlen und in landesweiten Umfragen Senator Bernie Sanders, der sich selber als einen „demokratischen Sozialisten“ bezeichnet.

Buttigiegs Rückzug ereignet sich kurz vor dem „Super Tuesday“ - dem wichtigsten Tag bei den Vorwahlen der Demokraten. Dann wird in mehr als einem Dutzend der 50 US-Bundesstaaten darüber abgestimmt, welcher Kandidat am 3. November den republikanischen Amtsinhaber Donald Trump herausfordern soll.

„Großartiges Timing“, kommentierte Trump die Berichte über den Ausstieg von Buttigieg. Jetzt würden dessen Stimmen am Dienstag an „Sleepy Joe Biden“ fallen, twitterte der Präsident. Damit würden die Demokraten beginnen, Sanders „aus dem Spiel zu nehmen“.

„Die Pete-Buttigieg-Geschichte ist nicht vorbei“, sagte hingegen David, Axlerod, ein Stratege der Demokraten. „Er ist 38 Jahre alt. Er hat sich in die nationale Konversation gewagt. Offensichtlich hat er an einigen Dingen zu arbeiten - einige Schwächen, die wir in dieser Wahl gesehen haben -, aber wann immer es wieder ein Gespräch über demokratische Kandidaten gibt, wird er Teil dieses Gespräch sein. Und das ist eine bemerkenswerte Leistung, wenn man bedenkt, wo er vor einem Jahr angefangen hat.“

Buttigieg galt als jemand, bei dem insbesondere ältere Wähler mit Universitätsabschlüssen ihr Kreuz machen. Ihm gelang jedoch nicht, die Zweifel auszuräumen, er könne genügend schwarze Wähler auf sich vereinen. Als Bürgermeister einer Stadt mit 25 Prozent schwarzer Bevölkerung wurde Buttigieg kritisiert, weil er den ersten afroamerikanischen Polizeichef der Stadt entließ. Auch sein Umgang mit einem weißen Polizisten, der einen schwarzen Mann im Juni erschoss, wurde bemängelt. Eine Gruppe der Bürgerrechtsbewegung Black Lives Matter, die sich gegen Gewalt gegen Schwarze einsetzt, erklärte in einer Pressemitteilung, sie sei „begeistert“, dass Buttigieg aussteige.

Mit Spannung wird in dieser Woche nun das Abschneiden des Multimilliardärs und früheren New Yorker Bürgermeisters Michael Bloomberg erwartet - der moderate Kandidat steht am „Super Tuesday“ erstmals auf den Wahlzetteln. Bloomberg war erst spät ins Rennen eingestiegen und bei den bisherigen Vorwahlen nicht angetreten. Nach US-Medienberichten hat er mehr als 400 Millionen Dollar alleine für TV-Wahlwerbespots ausgegeben, um am Dienstag punkten zu können.

(juju/dpa)