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US-Wahl: Trump versorgt Getreue mit Pentagon-Posten

Nach Esper-Rauswurf : Trump versorgt Vertraute mit Pentagonposten

Nach dem Rauswurf von Verteidigungsminister Mark Esper sind im Pentagon auch weitere führende Mitarbeiter zurückgetreten. Donald Trump hat sie jetzt durch getreue Personen ersetzt.

Einen Tag nach der Entlassung des bisherigen US-Verteidigungsministers Mark Esper sind drei glühende Loyalisten von Präsident Donald Trump mit ranghohen Pentagonposten betraut worden. Der Ex-General Anthony Tata folgt als neuer Staatssekretär für politische Angelegenheiten im Ministerium auf James Anderson, der das Amt kommissarisch innehatte und am Dienstag zurücktrat. Kurze Zeit später legte Joseph Kernan seinen Posten als Staatssekretär für Geheimdienstarbeit nieder und wurde rasch durch Ezra Cohen-Watnick ersetzt.

Die Personalwechsel erfolgten am zweiten Arbeitstag von Christopher Miller, den Trump kurz nach der verlorenen Präsidentenwahl als Nachfolger für Pentagonchef Esper benannt hatte. Miller brachte mit Kash Patel einen eigenen Stabschef mit, der Jen Stewart ablöste. Sowohl Patel als auch Cohen-Watnick gelten als Getreue Trumps und waren früher im Nationalen Sicherheitsrat im Weißen Haus tätig.

Tata war früher als Kommentator für den konservativen Sender Fox News aktiv. Schon im Sommer sollte er eigentlich nach dem Willen Trumps als Pentagon-Staatssekretär für politische Angelegenheiten vom Senat bestätigt werden, was allerdings an vorangegangenen islamfeindlichen Sprüchen scheiterte. So setzte er Medienberichten zufolge 2018 Tweets ab, in denen er den Islam als die „unterdrückerischste gewalttätige Religion, die ich kenne“, bezeichnete. Expräsident Barack Obama nannte er zudem einen „terroristischen Anführer“ und einen Muslim. Die Tweets wurden später gelöscht. Der republikanisch dominierte Senat sagte Ende Juli eine Anhörung zur Personalie Tata ab, nachdem klar wurde, dass seine Bestätigung kaum durchsetzbar wäre.

Zwischen dem bisherigen Ressortchef Esper und dem jüngst abgewählten Präsidenten Trump kriselte es zuletzt massiv. Die überraschenden Personalwechsel im Pentagon dürften die Aussichten auf einen geschmeidigen Übergang nach Joe Bidens Wahlsieg weiter schmälern. Trump will seine Niederlage nicht einräumen.

(sed/dpa)