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US-Wahl 2020: QAnon-Unterstützerin zieht in US-Repräsentantenhaus ein

Wahl zum US-Kongress : QAnon-Unterstützerin zieht in US-Repräsentantenhaus ein

Ihr Glaube an eine wilde Verschwörungstheorie hat Marjorie Taylor Greene Skepsis in den Reihen der eigenen Partei eingebrockt. Bei ihrer Kandidatur hatte sie jedoch einen prominenten Fürsprecher.

Die Republikaner im US-Repräsentantenhaus werden sich mit einer Unterstützerin der Verschwörungstheorie QAnon in ihren Reihen auseinandersetzen müssen. Die Kandidatin Marjorie Taylor Greene gewann erwartungsgemäß einen Sitz im Bundesstaat Georgia.

Die Jungrepublikanerin setzte sich bei der Wahl im konservativen 14. Kongressbezirk des Staats Georgia am Dienstag klar durch, zumal ihr demokratischer Kontrahent Kevin Van Ausdal überraschend im September aus dem Rennen ausgestiegen war. Als Grund hatte er einen Wegzug aus Georgia angegeben.

Greene ist als Geschäftsfrau tätig und gilt als Polit-Neuling. Sie hat eine große Anhängerschaft in sozialen Medien, wo sie mit als rassistisch kritisierten Posts für Aufsehen sorgte. So behauptete sie unter anderem, dass Schwarze und Latino-Männer durch „Gangs und Drogenhandel“ in ihrer Entwicklung zurückgeworfen würden und sprach von einer angeblichen „islamischen Invasion“ von Regierungsgebäuden.

Die zentrale Behauptung der QAnon-Anhänger ist, dass es eine Verschwörung gegen US-Präsident Donald Trump in den tieferen Schichten des US-Regierungsapparats gebe. Außerdem behaupten sie oft, prominente Politiker der Demokratischen Partei in den USA ließen sich mit Hormonen behandeln, die aus dem Blut von Kindern gewonnen würden.

Mehrere führende Politiker der Republikaner haben die QAnon-Theorien verurteilt. Präsident Donald Trump tat sich bei mehreren Gelegenheiten schwer damit - und unterstützte Greene ausdrücklich.

Im Repräsentantenhaus, das komplett zur Abstimmung steht, halten die Demokraten bislang eine Mehrheit von 232 der 435 Sitze. Für die Mehrheit sind 218 Stimmen nötig. Zunächst konnte die Demokraten am Dienstag in den prognostizierten Ergebnissen einen Sitz dazugewinnen. Bis 3.45 Uhr MEZ konnten sich laut AP die Republikaner 73 und die Demokraten 42 Sitze sichern.

(peng/dpa)