1. Politik
  2. Ausland
  3. US-Wahl 2020

US-Wahl 2020: Deutsche Konzerne unterstützen US-Wahlkampf über Töchterunternehmen

Spenden in Millionenhöhe : Wen deutsche Konzerne beim US-Wahlkampf unterstützen

Aus US-Tochterunternehmen deutscher Konzerne sind knapp drei Millionen US-Dollar in den US-Wahlkampf geflossen. 2016 ging der größte Anteil solcher Spenden noch an die Republikaner. So sieht es dieses Mal aus.

Gut die Hälfte des Geldes (50,2 Prozent) ging dabei laut einem Bericht der Zeitung „Republikaner gegangen.

Nach US-Recht sind Wahlkampfspenden nur Einzelpersonen erlaubt. Allerdings gibt es in Unternehmen sogenannte Political Action Committees (PAC), die - häufig gesteuert von leitenden Managern - Spenden der Mitarbeiter einsammeln und zentral weiterleiten.

Die „Welt“ berief sich auf eine Auswertung amtlicher Datenbanken durch das Center for Responsive Politics mit Sitz in Washington. Nach dessen Auffassung sind die Spenden tatsächlich den Unternehmen zuzuschreiben, da diese deren Weitergabe steuern.

Größte Spender sind dem Bericht zufolge nach dieser Definition die Demokraten von Joe Biden mehr Geld zukommen als den Republikanern.

Dagegen hatte die Berliner „tageszeitung“ am Wochenende berichtet, das Geld von Bayer sei zu 58 Prozent an die Republikaner geflossen, insbesondere an Kandidaten für Senat und Repräsentantenhaus. „Das Bayerpac unterstützt Kandidaten, die im Einklang mit den politischen Zielen von Bayer stehen“, zitierte das Blatt dazu einen Konzernsprecher von Bayer.

Unter den Empfängern sind demnach die republikanische Senatorin Joni Ernst sowie der Abgeordnete Blaine Luetkemeyer, die beide behaupteten, es gebe keinen menschengemachten rump für Bayer gegen Schadenersatzklagen wegen des umstrittenen Herbizids Glyphosat und für die Wiederzulassung des umstrittenen neuen Wirkstoffs Dicamba, der zuvor in den USA wegen Umweltschädigungen verboten worden war.

(ahar/AFP)