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Trump setzt auf Farage, Biden auf Obama - der US-Wahlkampf in den letzten Zügen

Endspurt der US-Wahl : Wahlkampf mit Farage und Obama

Fünf Tage bis zur Wahl – Amtsinhaber Donald Trump sieht sich trotz gegenteiliger Umfragen auf der Siegerstraße und setzt auf Unterstützung des britischen Rechtspopulisten Nigel Farage. Sein Herausforderer Joe Biden auf Barack Obama.

Kurz vor der US-Präsidentschaftswahl hat Amtsinhaber Donald Trump eine Reihe von Wahlkampfauftritten absolviert und sich siegesgewiss gezeigt - obwohl Umfragen ihn klar hinter seinem demokratischen Herausforderer Joe Biden sehen. Trump trat am Mittwoch auch zusammen mit dem britischen Rechtspopulisten und Gründer der Brexit-Partei, Nigel Farage, in Arizona auf. Biden setzte derweil auf die Unterstützung des früheren US-Präsidenten Barack Obama.

Bei seinem Wahlkampfauftritt in der Stadt Goodyear in Arizona bezeichnete Trump Farage als "König von Europa". Er rief dem Rechtspopulisten auf die Bühne und scherzte in seinem Beisein vor der Menge: "Er ist eine sehr unumstrittene Person, nicht wahr?" und fügte hinzu: "Sehr schüchtern."

Als Farage das Mikrofon ergriff, antwortete er Trump, dass er weder das eine noch das andere sei - und betonte: nicht "im Vergleich zu Ihnen". Farage sagte weiter, er sei vor vier Jahren in die USA gekommen, "um die Brexit-Botschaft zu überbringen, dass man das Establishment besiegen kann, und genau das hat Donald Trump getan".

Auch bei einem Auftritt in Bullhead City im Bundesstaat Arizona ignorierte Trump aktuelle Umfragen, die Biden vorne sehen und beharrte auf seinem Sieg: "Es wird eine große, große rote Welle werden", verkündete er und bezog sich dabei auf die Farbe seiner Republikaner. Seine Anhänger jubelten "Wir lieben dich!". Insgesamt trat Trump am Dienstag und Mittwoch in insgesamt fünf Bundesstaaten auf, darunter auch in Nevada.

Der demokratische Kandidat Biden kündigte indessen eine Wahlkampfveranstaltung am Samstag zusammen mit Ex-Präsident Obama an. Die beiden wollen im Schlüsselstaat Michigan über die Pläne der Demokraten diskutieren, "die Amerikaner zusammenzubringen, um die Krisen des Landes zu bewältigen", wie das Wahlkampfteam von Biden mitteilte.

Biden versprach seinen Wählern wiederholt, in der Corona-Krise auf den Rat von Wissenschaftlern zu vertrauen. "Wir werden vom ersten Tag an das Richtige tun", sagte er und bezeichnete Trumps Vorgehen in der Krise als "eine Beleidigung für jeden Einzelnen, der unter Covid-19 leidet, und für jede Familie, die einen geliebten Menschen verloren hat".

Hillary Clinton, die bei der Wahl 2016 gegen Trump verloren hatte, glaubt nach eigenen Angaben nicht an eine Wiederwahl Trumps. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass er nach dem Schaden, den er angerichtet hat, wiedergewählt wird, und ich kann mir keine weiteren vier Jahre dieses Missbrauchs und dieser Zerstörung vorstellen", sagte sie.

Clinton wird in diesem Jahr eigenen Angaben zufolge dem Kollegium angehören, das den künftigen Präsidenten direkt wählt. Sie trete als Wahlfrau für den Bundesstaat New York an, sagte sie dem Radiosender SiriusXM. In den USA wird der Präsident nicht direkt durch die Bürger gewählt, sondern durch die Mitglieder des sogenannten Electoral College.

(june/AFP)