Republikaner in Umfragen vor Obama: Romney wittert Morgenluft im Wahlkampf

Republikaner in Umfragen vor Obama : Romney wittert Morgenluft im Wahlkampf

Vor wenigen Tagen noch lag Mitt Romney in Umfragen aussichtlos hinter Amtsinhaber Barack Obama zurück. Ein TV-Duell später sieht die Situation für den Republikaner gänzlich anders aus: Erstmals hat er den US-Präsidenten überrundet. Einige sehen bereits einen Wendepunkt im US-Wahlkampf.

Vergangene Woche noch hätten nur die kühnsten Optimisten einen Dollar auf Mitt Romney gesetzt. Das Rennen um den Einzug ins Weiße Haus schien entschieden: US-Präsident Barack Obama lag in Umfragen deutlich vor seinem Herausforderer.

Romney tat alles, um in der Wählergunst zu fallen: Er leistete sich reihenweise Patzer, verbale Aussetzer und kassierte dafür eine Schelte nach der anderen. Vergessen und vorbei. Möglich gemacht hat es ein TV-Duell mit Obama. Es war das erste von dreien. In diesem wirkte der Amtsinhaber müde, antriebslos.

Romney Punktsieger im Duell

Zwar lieferten sich die Konkurrenten keinen offenen Schlagabtausch auf dem Feld der Wirtschaftspolitik, doch reichte Romney ein durchschnittlich-aggressiver Auftritt, um einen klaren Punktsieg zu landen.

Neueste Umfragen belegen den Eindruck. Romney ist einer Umfrage des Pew Research Center zufolge an Obama vorbeigezogen: Er kommt auf 49 Prozent, Obama erhält 45 Prozent der Stimmen.

Nicht wenige Beobachter vermuten gar einen Wendepunkt im Wahlkampf. Zwar schien die Situation für den Republikaner vor dem TV-Duell aussichtslos, gleichzeitig wurden die Mahner und Kritiker nicht müde zu behaupten, dass nur ein beherzter Auftritt Romneys bei der Fernsehdebatte ausreichen würde, um für Auftrieb zu sorgen. Exakt das ist eingetreten.

"Neuer Elan für Romney"

Ähnlich schätzen auch die US-Medien die Lage ein. Die "New York Times" beispielsweise attestiert Romney neuen Elan, insbesondere im Hinblick auf den hart umkämpften US-Bundesstaat Ohio. Hier gehen beide Präsidentschaftskandidaten am Dienstag mit Wahlkampfauftritten auf Stimmenfang.

Um die Wahl am 6. November zu gewinnen, ist ein Sieg in Ohio wichtig. Hier und in anderen Staaten haben Wähler bereits jetzt die Möglichkeit, ihre Stimme für einen der Kandidaten vorzeitig abzugeben. Ohio gilt als einer der "battle grounds", jener hart umkämpften Bundesstaaten, in denen die Mehrheiten nicht eindeutig sind.

Romney will nach seinem Erfolg im ersten TV-Duell gegen Obama auch beim Thema Außenpolitik Boden gegen den Amtsinhaber gutmachen. In seiner Lexington-Rede zur Außenpolitik skizzierte er diesbezüglich seine Ideen.

Unter Obama hat sich Konfliktpotenzial erhöht

Unter Obamas Führung habe sich das Konfliktpotenzial im Nahen Osten erhöht, sagte Romney am Montag in einer Rede im Militärinstitut von Virginia. Gleichzeitig stellte er den Rebellen im syrischen Bürgerkrieg Waffenhilfe in Aussicht.

Wenn er am 6. November die Präsidentenwahl gewinne, würden die USA für Verbündete in der syrischen Opposition "sicherstellen, dass sie die Waffen bekommen, die sie brauchen, um (Präsident Baschar) Assads Panzer, Hubschrauber und Kampfjets zu besiegen".

Hier geht es zur Bilderstrecke: US-Wahlkampf 2012: So lief die erste TV-Debatte

(rpo)