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Republikaner will US-Führungsanspruch erneuern: Romney will ein "amerikanisches Jahrhundert"

Republikaner will US-Führungsanspruch erneuern : Romney will ein "amerikanisches Jahrhundert"

Mitt Romney, der republikanische Herausforderer von Präsident Barack Obama, will den Führungsanspruch der USA in der Welt erneuern. "Dieses Jahrhundert muss ein amerikanisches Jahrhundert sein", sagte er am Dienstag in einer außenpolitischen Grundsatzrede.

Zugleich warf er Obama Schwäche und Nachgiebigkeit vor - etwa gegenüber dem Iran, Russland China.

Nach seiner Rede machte sich Romney zu einer Reise nach Großbritannien, Israel und Polen auf. Allerdings sind keine größeren öffentlichen Auftritte vorgesehen - so wie etwa Obamas Rede vor mehr als 200.000 Mensch in Berlin im Wahlkampf 2008.

Bisher hat sich Romney im Präsidentschafts-Rennen vor allem wirtschaftspolitisch profiliert. Durch die Reise will er sich als Staatsmann und Außenpolitiker in Szene setzen. Seine Rede vor Veteranen in Reno (Nevada) war vor allem durch nationale und patriotische Töne gefärbt. "Ich werde die amerikanische Führerschaft in der Welt nicht aufgeben", sagte Romney unter tosendem Beifall. "Wenn Ihr nicht wollt, dass Amerika die stärkste Nation auf der Erde ist, dann bin ich nicht Euer Präsident."

"Es ist ein Irrtum - und manchmal ein tragischer Irrtum - zu denken, dass Standhaftigkeit in der amerikanischen Außenpolitik nur zu Spannungen in der Welt führen kann", sagte Romney.

Angriffe auf Obama

Massive Angriffe richtete er an Obama, der für den Niedergang des globalen Einflusses der USA verantwortlich sei. Ob gegenüber dem Iran, Russland oder China - Obama habe mit seiner Nachgiebigkeit zu einem Niedergang des Einflusses Amerikas in der Welt geführt. Vor allem brandmarkte Romney Obamas Politik gegenüber Israel. Er sprach von einer "schäbigen Behandlung eines unserer besten Freunde".

Im Streit um das iranische Atomprogramm forderte Romney einen vollständigen Stopp der Urananreicherung. "Ich werde jedes notwendige Mittel einsetzen", um zu verhindern, dass der Iran in den Besitz von Atomwaffen kommt. Aber auch Obama betont immer wieder, dass er sich alle Optionen offenhalte.

Erste Station der knapp einwöchigen Romney-Reise ist London. Dort will er an der Eröffnung der Olympischen Spiele dabei sein und nach US-Medienberichten mit Premier David Cameron sprechen. Zweite Station ist Israel. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, der ein gespanntes Verhältnis zu Obama hat, gilt als enger Freund Romneys. In Polen steht neben Treffen mit der politischen Führung auch ein Gespräch mit Friedensnobelpreisträger Lech Walesa an.

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(dpa)