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Obama-Besuch in Berlin: Regierung hat Bedenken bezüglich des Rede-Ortes

Obama-Besuch in Berlin : Regierung hat Bedenken bezüglich des Rede-Ortes

Berlin (RPO). Ganz Berlin freut sich auf Barack Obama. Der US-Präsidentschaftskandidat wird sich noch im Juli in der deutschen Hauptstadt vorstellen und plant eine Rede vor dem Brandenburger Tor. Berlin äußert aber nun Bedenken über den Ort des Geschehens.

"Das Brandenburger Tor ist der bekannteste und ein geschichtsträchtiger Ort in Deutschland", zitiert "Spiegel Online" einen Vertreter der Bundesregierung. In der Vergangenheit sei dieser Ort nur bei ausgesuchten Anlässen zu politischen Kundgebungen genutzt worden. Und dies sei nur gewählten Präsidenten vorbehalten gewesen. Keinesfalls dürfe das Brandenburger Tor zu einer "beliebigen Kulisse" für ausländische Wahlkämpfer gemacht werden.

Wowereit für Rede am Brandenburger Tor

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) gibt grundsätzlich grünes Licht für eine Rede des Präsidentschaftsbewerbers der US-Demokraten, Barack Obama, vor dem Brandenburger Tor. "Der Regierende Bürgermeister würde sich freuen, wenn Herr Obama einen Auftritt am Brandenburger Tor nutzen würde, um Botschaften auszusenden", sagte ein Berliner Senatssprecher am Dienstag auf Anfrage. Allerdings bleibe abzuwarten, "wie das Ganze in das Besuchsprogramm passt". Dessen Ablauf sowie Sicherheitsaspekte seien in Gesprächen unter anderem mit der Voraus-Delegation von Obama noch zu klären.

Obama will bei seinem Berlin-Besuch am 24. Juli eine Grundsatzrede zum transatlantischen Verhältnis halten. "Der Senator ist im Wahlkampf oft kritisiert worden, sich nicht genug für Europa zu interessieren. Diese Visite ist eine Antwort darauf, und deswegen will er sich zu dem Thema auch äußern", sagte ein Obama-Berater. Obamas Wunschort für die Rede bleibt das Brandenburger Tor. "Die Kulisse wäre einfach großartig", sagte der Berater.

Die Erinnerung an den Auftritt John F. Kennedys vor dem Schöneberger Rathaus sei noch frisch. "Berlin bildet eine Brücke zwischen Ost und West, und die deutsch-amerikanischen Bande sind sehr eng".

Mit der Berliner Rede wolle Obama den Wählern in den USA signalisieren, dass er anders als der amtierende Präsident George W. Bush die enge Zusammenarbeit mit den Europäern suchen werde, sagte der Berater. "Bilder von 100.000 jubelnden Zuhörern würden dieses Argument stützen".

Hier geht es zur Bilderstrecke: Obama lässt sich als Sieger feiern