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US-Präsidentschaftswahlkampf: Paul Ryan soll Romneys Vize werden

US-Präsidentschaftswahlkampf : Paul Ryan soll Romneys Vize werden

Mitt Romney hat entschieden: Der designierte Präsidentschaftskandidat der US-Republikaner wird nach Aussage eines Parteifreundes mit dem Kongressabgeordneten Paul Ryan ins Rennen um das Weiße Haus gehen.

Romney habe sich für den Abgeordneten aus dem US-Staat Wisconsin als seine Nummer zwei entschieden, sagte ein Gewährsmann der Nachrichtenagentur AP. Der 42 Jahre alte Ryan, der Vorsitzende des Haushaltsausschusses im US-Repräsentantenhaus, gilt als Nachwuchstalent und könnte vor allem bei den konservativen Wählern Boden gutmachen. Romney wollte seinen Kandidaten für die Vizepräsidentschaft am heutigen Samstag offiziell vorstellen.

Bei bisherigen gemeinsamen Wahlkampfauftritten vermittelten Romney und Ryan ein harmonisches Bild. Sowohl auf professioneller als auch auf privater Ebene scheint die Atmosphäre zu stimmen. Als Romney am Donnerstag erklärte, er wolle einen Vizepräsidenten "mit Visionen für das Land, der etwas zum politischen Diskurs über den künftigen Kurs des Landes beiträgt", deutete dies für einige Parteifreunde bereits deutlich auf Ryan hin.

Ryan wird von einigen Parteimitgliedern als Mittler zwischen der eher traditionelleren Strömung der Grand Old Party sowie der zuweilen aufgeregt agierenden Tea-Party-Bewegung, die nie wirklich warm geworden ist mit Romney.

Zudem dürfte der 42-Jährige die Wahlchancen der Republikaner in Wisconsin erhöhen. Jenem Staat also, der vor vier Jahren noch an Barack Obama ging. Diesen November dürfte das zumindest schwieriger werden.

Romney selbst will die Nominierung am Vormittag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Norfolk in Virginia bekannt geben. Bereits da wird Ryan an seiner Seite erwartet.

Die Entscheidung über den republikanischen Vizekandidaten war von den Wählern in den USA mit Spannung erwartet worden. Eine Nominierung zu diesem Zeitpunkt ermöglich es Romney, seinen Vizekandidaten mit auf eine wichtige Wahlkampftour in die Bundesstaaten Virginia, North Carolina, Florida und Ohio mitzunehmen. Dort hatte Obama bei den Wahlen 2008 gewonnen, sie dürften bei den Wahlen im November besonders umkämpft sein.

(APD)