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US-Wahlkampf: Obama verzichtet auf öffentliche Wahlkampfgelder

US-Wahlkampf : Obama verzichtet auf öffentliche Wahlkampfgelder

Washington (RPO). DAS wäre in Deutschland undenkbar: Barack Obama will im Wahlkampf um das US-Präsidentenamt auf öffentliche Gelder verzichten. Ihm entgehen damit mehr als 84 Millionen Dollar (rund 55 Millionen Euro).

Wenn er die öffentlichen Gelder annimmt, könnte Obama aber keine privaten Spenden mehr für seinen Wahlkampf annehmen. Er wäre der erste Kandidat, der auf die staatliche Unterstützung verzichtet. Er hat aber schon im Vorwahlkampf Rekordgelder an Spenden gesammelt und dabei auch deutlich seinen republikanischen Gegner John McCain überrundet.

Obama erklärte am Donnerstag, es sei keine einfache Entscheidung gewesen, zumal er ein robustes System der staatlichen Wahlkampffinanzierung unterstütze. Das bestehende System aber sei brüchig und er habe es mit Gegnern zu tun, die Meister darin seien, dieses brüchige System auszunutzen. Mitarbeiter von Obama erklärten, sie hätten sich auch zu dem Verzicht bereiterklärt, weil McCain schon privat gesammelte Gelder für seinen Wahlkampf einsetze.

Obama hat zwar mehr private Spenden gesammelt als McCain, das wird aber dadurch mehr als ausgeglichen, dass die Republikanische Partei deutlich mehr Geld hat als die Demokraten. Beide Parteien können ihre Kandidaten finanziell unterstützen. Hinzu kommen Lobbyisten und politische Gruppen, die unbegrenzt Geld sammeln dürfen und zum Beispiel Werbezeiten im Fernsehen kaufen können. Obama verwies darauf, dass solche Gruppen schon Abermillionen Dollar ausgegeben haben.

(ap)