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Schulterschluss: Obama und Clinton kämpfen gemeinsam

Schulterschluss : Obama und Clinton kämpfen gemeinsam

Washington (RPO). Die Zeit der Kämpfe ist vorbei: Barack Obama und seine unterlegene Konkurrentin Hillary Clinton wollen von nun an gemeinsam kämpfen. Sie traten am Freitag zum ersten Mal gemeinsam bei einer Wahlkampfveranstaltung auf und haben sich gegenseitig ihre Unterstützung versichert. Bei dem Ort des Geschehens war der Name Programm: Unity (Einheit).

Clinton zeigte sich bei ihrer überzeugt, dass Obama die Wahl im Herbst gewinnt und "den Amtseid als unser nächster Präsident ablegt". Unity sei nicht nur ein schöner Ort, sondern auch ein schönes Gefühl, sagte die ehemalige First Lady vor rund 6.000 Menschen in der Ortschaft im Staat New Hampshire. Ihre Anhänger rief sie auf, für Obama zu stimmen, "um eine nicht aufzuhaltende Kraft für Veränderung zu schaffen, an die wir alle glauben können".

Obama betonte, die Demokraten bräuchten sowohl Hillary Clinton als auch ihren Mann, Expräsident Bill Clinton. "Wir brauchen sie. Wir brauchen sie dringend. Nicht nur mein Wahlkampf, sondern die Amerikaner brauchen ihren Einsatz, ihre Vision und ihre Weisheit in den kommenden Monaten und Jahren", sagte der Senator aus Illinois. Auch wenn Clinton und er ihren innerparteilichen Wahlkampf "mit unterschiedlichen Zielen" begonnen hätten, "haben wir gemeinsam Geschichte gemacht".

Clinton hatte Obama im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten vor drei Wochen den Vorzug lassen müssen. Beide Politiker fanden nach monatelangem Streit im Interesse der Parteiräson zusammen und führen jetzt gemeinsam Wahlkampf gegen den Republikaner John McCain.

"Ich werde Hillary an meiner Seite brauchen"

Obama traf am Donnerstagabend in einem Hotel in Washington mit mehr als 200 Geldgebern von Clinton zusammen. Die Frau von Expräsident Bill Clinton sagte ihren Spendern, sie sollten jetzt die Wahl von Obama zu ihrem Ziel machen. "Wir werden alles tun, was nötig ist, um das Weiße Haus zurückzugewinnen", sagte Clinton. Im Gegenzug versprach Obama, er werde seine neue Verbündete bei der Rückzahlung von Schulden unterstützen. Demonstrativ unterschrieb er einen Scheck über 4.600 Dollar - das ist der zulässige Höchstbetrag für Einzelspenden. Clinton hat sich in ihrem Wahlkampf mit mehr als 20 Millionen Dollar verschuldet.

"Ich werde Hillary im Wahlkampf an meiner Seite brauchen", sagte Obama laut nach einem Bericht des einzigen Journalisten, der zu der Veranstaltung zugelassen wurde. An die Geldgeber gewandt, fügte er hinzu: "Und ich werde Sie alle brauchen."

Obama tritt bei der Präsidentschaftswahl im November gegen den Republikaner John McCain an. Der jüngsten Umfrage des Gallup-Instituts zufolge lagen die beiden Kandidaten in der Gunst der registrierten Wähler mit 44 Prozent gleichauf.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Obama und Clinton machen gemeinsam Wahlkampf

(ap)