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"Ideologischer Anführer der Republikaner": Obama stichelt bei Twitter gegen Romneys Vize

"Ideologischer Anführer der Republikaner" : Obama stichelt bei Twitter gegen Romneys Vize

Es dauerte nicht lange, bis die Angriffe von Barack Obama das gewünschte Ziel erreicht haben: Nur kurze Zeit nachdem Mitt Romney seinen möglichen "Vize" Paul Ryan vorgestellt hatte, schaltete die Wahlkampf-Maschinerie des Amtsinhabers einen Gang hoch – und warnt seine Unterstützer vor einem harten Rennen.

Es dauerte nicht lange, bis die Angriffe von Barack Obama das gewünschte Ziel erreicht haben: Nur kurze Zeit nachdem Mitt Romney seinen möglichen "Vize" Paul Ryan vorgestellt hatte, schaltete die Wahlkampf-Maschinerie des Amtsinhabers einen Gang hoch — und warnt seine Unterstützer vor einem harten Rennen.

Bei einem Wahlkampfauftritt am Sonntag in Chicago sagte Obama, Romney habe mit Paul Ryan den "ideologischen Anführer der Republikaner im Kongress" gewählt. Ryan artikuliere die Vision, die Romney von der Zukunft der USA habe.

Auch über Twitter sendete der US-Präsident fast stündlich Giftpfeile in Richtung Ryan. Obama schlüsselte unzählige "Facts" auf, für die Ryan politisch eintreten möchte. So bezeichnet Obama das Gespann Romney-Ryan als "Go-Back-Team", also als ideologisch rückwärtsgewandt.

Auf seinem Twitter-Account präsentierte Obama zudem gleich "Key Facts" über Ryans politische Position: Romneys "Running Mate" soll dafür eintreten, die Steuern der Mittelschicht anzuheben und gleichzeitig die Reichen zu entlasten. Im Falle eines Wahlsiegs würde Ryan "Medicare", die Krankenversicherung für ältere Menschen, abschaffen.

Ryan, so polterte Obama via Twitter weiter, würde alle Abtreibungen verbieten, auch die im Falle einer Vergewaltigung. Seinem Fazit ("Das Wichtigste, was Sie über Paul Ryan wissen sollten — er ist extrem konservativ. Und das zu Lasten der Mittelschicht.") fügte Obama einen Aufruf an, sein Team mit Vize Joe Biden weiter zu unterstützen.

Die "Tea Party" jubelt

Gänzlich anders fielen die Reaktionen bei der "Tea Party" aus. Der ultrakonservative Flügel der Republikaner sieht sich durch Ryan würdig vertreten. Ryan gilt als Verfechter eines harten Sparkurses. Ryans Programm ist in den Augen der Demokraten derart radikal, dass Obama es einst als "Sozialdarwinismus" bezeichnete.

So steht Ryan hinter einem vom Repräsentantenhaus im März beschlossenen Haushaltsplan, der Einsparungen in Höhe von rund fünf Billionen Dollar (etwa vier Billionen Euro) binnen zehn Jahren vorsieht. Der Plan hat jedoch keine Chance, den demokratisch dominierten Senat zu passieren.

Romney distanzierte sich am Sonntag vorsichtig von den Plänen Ryans. "Ich habe meinen Haushaltsplan", sagte Romney in der Sendung "60 Minutes" des Fernsehsenders CBS. "Und diesen Haushaltsplan werden wir umsetzen."

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Derweil stimmte Obama seine Unterstützer bei einem Spendendinner in Chicago auf einen harten Wahlkampf ein. "Dies wird kein Rennen wie bei Usain Bolt, bei dem wir 40 Meter vorneweg sind und auf den letzten drei Metern vor der Ziellinie schon zu joggen anfangen können."

Der Demokrat warnte vor einem harten Rennen gegen seinen republikanischen Herausforderer, zeigte sich aber zuversichtlich, dass er die Wahl am 6. November gewinnen könne.

"Wir werden durch das Zielband rennen müssen. Doch wir sind wirklich gut aufgestellt, nicht nur zu gewinnen, sondern auch Amerika weiter voran zu bringen", sagte Obama vor dem Dinner mit rund hundert betuchten Unterstützern in seinem Wohnhaus in Chicago.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Amerika steht vor einer Richtungswahl

(nbe)