Sticheleien gegen Ann Romney: Obama-Beraterin verärgert US-Hausfrauen

Sticheleien gegen Ann Romney : Obama-Beraterin verärgert US-Hausfrauen

US-Präsident Barack Obama gerät in Erklärungsnot. Eine Parteifreundin hatte sich abschätzig über die Frau von Herausforderer Mitt Romney geäußert. Ann Romney habe "noch nicht. einen Tag in ihrem Leben gearbeitet." Etliche US-Hausfrauen reagierten erbost.

Mitten im Wahlkampf musste Obama sich schützend vor die Gattin seines republikanischen Herausforderers stellen. Die US-Demokratin Hilary Rosen hatte sie in einem Nebensatz angegriffen - und damit auch viele Hausfrauen und Mütter vergrätzt hatte.

"Sie hat nicht einen Tag in ihrem Leben gearbeitet", sagte die Politstrategin Hilary Rosen, der gute Verbindungen zu Obama nachgesagt werden, im TV-Sender CNN über die fünffache Mutter. Weil sie reich sei, habe sie keine Ahnung von den echten Problemen von Frauen. Ihr Mann Mitt sehe sie nicht als ebenbürtig an.

Rosens Äußerungen hatten einen Proteststurm in beiden Parteien ausgelöst, der schnell auch das Weiße Haus erreichte.

"Es gibt keinen härteren Job als eine Mutter zu sein", reagierte Obama am Donnerstag (Ortszeit) in einem TV-Interview, um die Kritik an seinen Demokraten knapp sieben Monate vor seiner angestrebten Wiederwahl abzuwehren. "Ich habe Mrs. Romney nicht getroffen, aber sie scheint eine sehr nette Frau zu sein, die ihre Familie und ihren Mann unterstützt."

Ann Romney eröffnete extra ein Konto bei dem Kurznachrichtendienst Twitter, um sich auf diesem Kanal zu wehren: "Ich habe eine Wahl getroffen, zu Hause zu bleiben, um fünf Jungen großzuziehen. Glaubt mir, das war harte Arbeit."

Obamas Frau Michelle schaltete sich ebenfalls über Twitter in die Debatte ein: "Jede Frau arbeitet hart und jede Frau verdient Respekt." Rosen hat sich mittlerweile für ihre Auslassungen entschuldigt.

Als kluge Strategin hat sich Rosen mit diesen Äußerungen wahlrich nicht erwiesen. In den US-Nachrichtensendern war sie am Freitag als Dauergast zu sehen. Rosen versuchte noch zu retten, was zu retten ist. Sie habe Hochachtung vor Müttern, die zuhause blieben, verteidigte sie ihre Worte. Ann Romney sei hingegen nie gezwungen gewesen, sich um Kinder zu kümmern und gleichzeitig arbeiten zu gehen. In US-Blogs wird das Thema nun heiß diskutiert.

(dpa)