1. Politik
  2. Ausland
  3. US-Wahl 2020

Vize Ryan als "nächster Präsident" vorgestellt: Mitt Romney leistet sich neuen Patzer

Vize Ryan als "nächster Präsident" vorgestellt : Mitt Romney leistet sich neuen Patzer

Der für seine verbalen Querschläge bekannte designierte republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Mitt Romney hat seinem Ruf einmal mehr alle Ehre gemacht.

Bei der Vorstellung seines Kandidaten für das Amt des Vizepräsidenten, Paul Ryan, präsentierte er den 42-jährigen Abgeordneten im Repräsentantenhaus am Samstag als den "nächsten Präsidenten" der USA. "Begrüßen Sie mit mir den nächsten Präsidenten der Vereinigten Staaten, Paul Ryan", rief er in der Hafenstadt Norfolk im Bundesstaat Virginia seinen versammelten Unterstützern zu, sorgte damit für Gelächter und nahm es mit Humor.

"Ich bin seit jeher dafür bekannt, Fehler zu machen", sagte Romney. Die Entscheidung für Ryan sei allerdings kein Fehler. "Ich kann Ihnen sagen, dass er der nächste Vizepräsident der Vereinigten Staaten sein wird", berichtigte sich Romney. Mit seinem Versprecher ist Romney nicht allein.

Paul Ryan hat in seiner ersten Rede nach seiner Ernennung patriotische Töne angeschlagen. "Wir werden die Größe dieses Landes wiederherstellen", sagte der 42-Jährige in Norfolk.

"Dies ist ein entscheidender Moment in der Geschichte unserer Nation, und es ist absolut existenziell, dass wir den geeigneten Mann wählen, um Amerika zu Größe und Wohlstand zurückzuführen", sagte Ryan. Hohe Arbeitslosigkeit, sinkende Einkommen und erdrückende Schulden seien das Ergebnis "fehlgeleiteter Politik" der Regierung von US-Präsident Barack Obama.

Ryan ist Vorsitzender des Haushaltsausschusses des Repräsentantenhauses und hat den Ruf eines eisernen Sparers. Obamas Wahlkampfteam erklärte, Ryan habe seinerzeit als Mitglied des Kongresses die "unbedachte Wirtschaftspolitik" von US-Präsident George W. Bush verteidigt.

Diese habe zu einem "explodierenden Defizit" geführt und die US-Wirtschaft ruiniert. Ryan vertrete eine "radikale" und "schlechte" wirtschaftspolitische Vision. Sollte diese zur Anwendung kommen, würden sich "katastrophale" Fehler wiederholen.

(AFP)