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Konservative kritisieren Patzer-Serie: Mitt Romney demontiert sich selbst

Konservative kritisieren Patzer-Serie : Mitt Romney demontiert sich selbst

Mitt Romney und seine Patzer – eine unendliche Geschichte. Der republikanische Herausforderer von Barack Obama hat viel an Glaubwürdigkeit eingebüßt. In der Welt. Bei seinen Landsleuten. Und nun auch noch bei republikanischen Parteikollegen und erzkonservativen Medien. Romney rudert verzweifelt zurück.

Mitt Romney und seine Patzer — eine unendliche Geschichte. Der republikanische Herausforderer von Barack Obama hat viel an Glaubwürdigkeit eingebüßt. In der Welt. Bei seinen Landsleuten. Und nun auch noch bei republikanischen Parteikollegen und erzkonservativen Medien. Romney rudert verzweifelt zurück.

Die Quittung folgt auf dem Fuße. Und in Mitt Romneys Fall ist sie erkennbar in Form von sinkenden Umfragewerten und einer schwindenden Machtbasis. Seitdem seine neuerlichen verbalen Aussetzer bekannt geworden sind, kämpft der republikanische Herausforderer um die politische Glaubwürdigkeit.

Romney hatte während einer exklusiven Wahlkampfveranstaltung über die Anhänger von Obama erklärt, sie sähen sich als Opfer und setzten nur darauf, dass der Staat sie unterstützen müsse. Nun rudert Romney hektisch zurück und erklärt, er wolle sich um alle einhundert Prozent der Amerikaner kümmern.

Romney mit reellen Chancen

Viele Experten und Medien sind sich einig: Der Multimillionär wird es schwer haben, Obama aus dem Amt zu drängen. Sehr schwer sogar. Dabei wurde Romney nach seiner Nominierung als Präsidentschaftskandidat der "Grand Old Party" durchaus bescheinigt, reelle Chancen zu haben, ins Weiße Haus einzuziehen.

Obama war und ist nicht unumstritten. Hohe Schulden, hohe Arbeitslosigkeit, wenig Perspektive — das Wirtschaftsterrain sollte Romneys ur-eigener "battleground" im Wahlkampf sein. Mit der Opfer-Wählerschelte hat er auch seine letzte, einzige Bastion aufgegeben. So sehen es zumindest viele US-Medien.

Kritik aus eigenen Reihen

Neu ist auch, dass Romney deutliche Kritik erntet aus den eigenen Reihen. Namhafte Republikaner gehen auf Distanz zu ihm. Senats-Kandidaten erklärten, Romneys Sicht auf die Dinge entspräche nicht ihrer.

Niederschmetternde Reaktionen kommen nun auch noch von erzkonservativen Magazinen. Der den Republikanern nahe "Weekly Standard" giftet, Romney verstehe rein gar nichts vom "American conservatism".

Echte, konservative Politiker, so der Autor eines Blog-Eintrag weiter, wüssten, dass ihre Wirtschaftspolitik insbesondere ein Beitrag für die Armen und Hilfsbedürftigen sei. Die republikanische Partei sei eben nicht die Partei der Leute, die reich, sondern frei sein wollen.

Häme von konservativen Medien

Der "Weekly Standard" legt den Schluss nahe: Romneys reduzierte Charakterisierung der politischen Landschaft führe dazu, "dass er überhaupt nichts verstanden hat." Wie verworren, fast schon aussichtlos, die Lage derzeit zu sein scheint, verrät ein Blick auf eine aktuelle Umfrage des "Pew Research Centers".

51 Prozent der Befragten sprechen sich demnach für Obama aus, nur 43 Prozent für seinen strauchelnden Herausforderer. Acht Prozentpunkte Vorsprung für den Amtsinhaber — so groß war der Abstand zwischen zwei Bewerbern um das Präsidentenamt laut "Pew Research Center" letztmalig vor 16 Jahren, als der Demokrat Bill Clinton (50) den Republikaner Bob Dole (38) in Umfragen mit zwölf Prozentpunkten distanzierte.

Augen zu und durch

Sinkende Umfragewerte, schwindende Machtbasis: Von alledem möchte Romney lieber nichts wissen. Frei nach dem Motto: Augen zu und durch. So und nicht anders sind auch seine jüngsten Aussagen in einem TV-Interview mit dem spanischsprachigen Fernsehsender Univision zu deuten. "Die Menschen in Amerika werden eine bessere Zukunft haben, wenn sie mich zum nächsten Präsidenten wählen".

Er konstatierte zwar eine Spaltung innerhalb der USA, für die die Politik verantwortlich sei. Wenn er jedoch am 6. November gewählt werde, wolle er "jedes Quäntchen meiner Energie darauf verwenden, dieses Land zusammenzubringen".

Hier geht es zur Bilderstrecke: US-Wahlen 2012: Romney zum Obama-Herausforderer ernannt

(nbe)