Wahlen in den USA Erste Hochrechnungen deuten auf knappes Rennen um US-Kongress

Washington · Wer wird in den USA künftig Senat und Abgeordnetenhaus kontrollieren? Auch Stunden nach Schließung vieler Wahllokale steht dies noch nicht fest.

Midterms 2022 in den USA - Fotos: So wählen die Amerikaner
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So wählen die Amerikaner bei den Midterms 2022

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Foto: AFP/Jim Vondruska

Bei den Zwischenwahlen in den USA hat es auch am Mittwochmorgen keine Gewissheit gegeben, ob die Demokraten oder die Republikaner künftig den Kongress dominieren. Viele besonders hart umkämpfte Rennen etwa um Senatsmandate waren noch offen, ein von so manchen Beobachtern vorhergesagter Durchmarsch der Republikaner war zunächst nicht zu erkennen. Vielmehr setzten sich bisher in den eher liberalen Staaten erwartungsgemäß die Demokraten durch, während die Republikaner in ihren Hochburgen im Süden und im Mittleren Westen der USA reüssierten.

Den Senatssitz von New Hampshire konnte am Dienstag (Ortszeit) die demokratische Amtsinhaberin Maggie Hassan gegen den republikanischen Herausforderer Don Bolduc behaupten, der sich in den Vorwahlen seiner Partei die Mär des früheren Präsidenten Donald Trump von einem angeblichen Betrug bei der Wahl 2020 zu eigen gemacht hatte. Im Hauptwahlkampf versuchte Bolduc dann, von einigen dieser Positionen abzurücken.

In Ohio setzte sich der von Trump unterstütze Bestsellerautor und Finanzmanager JD Vance für die Republikaner im Rennen um eines der Senatsmandate durch, für North Carolina zieht Ted Budd - ebenfalls ein Schützling Trumps - für den republikanischen Amtsinhaber Richard Burr in den Senat in Washington ein.

Im Ringen um die künftige Kontrolle des Repräsentantenhauses konnten die Demokraten von Virginia über Kansas bis Rhode Island einige Sitze in Wahlbezirken in politisch moderaten Vororten verteidigen. Ein besonderes Augenmerk lag auf drei Rennen um Abgeordnetensitze im Staat Virginia, die von drei Demokratinnen gehalten werden. Eine von ihnen, Elaine Luria, musste sich ihrer republikanischen Rivalin Jen Kiggans geschlagen geben, die Demokratinnen Abigail Spanberger und Jennifer Wexton konnten sich indes behaupten.

Viele Rennen in Wahlbezirken in Staaten wie New York und Kalifornien, deren Ausgang über die Mehrheitsverhältnisse entscheiden, waren bis Mittwochmorgen noch nicht entschieden.

Beim Senat lag das Augenmerk unter anderem auf Georgia, Arizona und Pennsylvania. In Florida, das einst einer der besonders umkämpften US-Staaten war, setzten sich die Republikaner klar durch. Marco Rubio wurde als Senator wiedergewählt und Ron DeSantis als Gouverneur. DeSantis wird als potenzieller republikanischer Präsidentschaftsanwärter für 2024 gehandelt.

Präsident Joe Biden und seine Demokraten mussten fürchten, ihre knappen Mehrheiten in beiden Kongresskammern zu verlieren, was Biden das Regieren in den kommenden zwei Jahren deutlich erschweren würde. Außerdem könnten die Republikaner in einem solchen Fall parlamentarische Untersuchungen gegen seine Regierung einleiten, die Anhebung der Schuldenobergrenze blockieren und zusätzliche Unterstützung für die Ukraine im Krieg gegen Russland aufhalten.

 Warteschlange vor einem Wahlzelt in Las Vegas (Nevada) bei den „Midterm“-Wahlen am 8. November 2022.

Warteschlange vor einem Wahlzelt in Las Vegas (Nevada) bei den „Midterm“-Wahlen am 8. November 2022.

Foto: AFP/Ethan Miller

Es wurde damit gerechnet, dass sich der Wahlkrimi über Tage oder vielleicht sogar Wochen hinziehen könnte. In Georgia etwa könnte erst eine Stichwahl am 6. Dezember Gewissheit schaffen, falls keiner der beiden Kandidaten über 50 Prozent der Stimmen kommt. Je nachdem, wie die anderen Senatsrennen ausgehen, könnte also wie schon im Jahr 2020 erst mit Verspätung in Georgia entschieden werden, welche Partei die Kontrolle über den Senat übernimmt. Damals wurde in Georgia über beide Senatssitze erst per Stichwahl entschieden.

(peng/Reuters)
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