LIVE US-Kongresswahlen 2022 Bidens Demokraten verlieren Mehrheit im Repräsentantenhaus

Washington/Düsseldorf · US-Präsident Joe Biden wird in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit auf Gegenwind aus dem Kongress treffen. Die Republikaner errangen eine knappe Mehrheit im Repräsentantenhaus. Alle News im Liveblog.

Midterms 2022 in den USA - Fotos: So wählen die Amerikaner
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So wählen die Amerikaner bei den Midterms 2022

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Foto: AFP/Jim Vondruska
Christina Pulido Lopez
Christina Pulido Lopez
Bei den US-Zwischenwahlen lief es für die Demokraten von Präsident Joe Biden deutlich besser als erwartet. Die Kontrolle über das Repräsentantenhaus verlieren sie trotzdem. 
Uwe Felten
Uwe Felten
In Arizona sind auch zwei Tage nach der US-Kongresswahl noch rund 600.000 Stimmzettel auszuzählen. Das sei rund ein Viertel der insgesamt abgegebenen Stimmen, teilten die Wahlleitungen in den einzelnen Landkreisen mit. Allein im bevölkerungsreichsten Bezirk Maricopa County mit der Metropole Phoenix gab es am Donnerstagmorgen (Ortszeit) noch 400 000 unausgezählte Stimmen, wie der Vorsitzende der Bezirksregierung dem Sender CNN sagte. 
Alexa Kuszlik
Alexa Kuszlik
Befürworter des Rechts auf Abtreibung haben bei den Zwischenwahlen in den USA Siege errungen: So haben etwa die Wähler und Wählerinnen in Michigan das Recht auf Abtreibung per Volksentscheid festgeschrieben – so sieht es in anderen US-Staaten aus.​
Philip Zeitner
Eine von Ex-Präsident Donald Trump unterstützte, republikanische Latina in Texas hat Hochrechnungen zufolge bei den US-Kongresswahlen in ihrem Wahlbezirk das Rennen um einen traditionell demokratischen Sitz im Repräsentantenhaus gewonnen. Die Sender CNN und NBC berichteten, dass Monica De La Cruz gegen ihre demokratische Rivalin Michelle Vallejo gesiegt habe. In einer Rede sagte De La Cruz, sie fühle sich durch ihren Sieg „unglaublich geehrt, demütig und gesegnet“. 
Philip Zeitner
Auch nach den US-Kongresswahlen bleiben die Beziehungen zwischen Russland und den USA nach Einschätzung des Kremls „schlecht“. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte am Mittwoch in Moskau mit Blick auf die Halbzeitwahlen in den USA: „Diese Wahlen können im Grunde nichts ändern. Unsere Beziehungen sind derzeit schlecht und sie werden schlecht bleiben.“ Die Beziehungen zwischen den beiden Länder befinden sich derzeit wegen des Ukraine-Konflikts auf einem Tiefpunkt. 
Philip Zeitner
Kalifornien hat die Einführung von Sportwetten deutlich abgelehnt. Die Wählerinnen und Wähler in dem US-Staat wiesen am Dienstag Initiativen von Stämmen amerikanischer Ureinwohner und der Glücksspielbranche mit klarer Mehrheit zurück. Die Organisatoren hatten knapp 600 Millionen Dollar aufgebracht, so viel wie noch nie in der US-Geschichte für ein Referendum in einem Staat, um die Kalifornier von ihren Plänen zu überzeugen. 
Philip Zeitner
Die republikanische Trump-Getreue Marjorie Taylor Greene zeigt Ambitionen, nach einem Gewinn der Mehrheit im US-Abgeordnetenhaus stärker die Politik ihrer Partei zu prägen. In einer langen Stellungnahme nach ihrer Wiederwahl machte sie viel weitreichendere Ankündigungen als der bisherige republikanische Minderheitsführer Kevin McCarthy. Greene versprach ihren Wählern unter anderem, Regierungsbehörden „zu entlarven, die mit Tech-Konzernen gemeinsame Sache machten, um das Biden-Regime zu schützen und die Wahrheit über Korruption zu vertuschen“. 
Philip Zeitner
Parallel zu den Zwischenwahlen haben die Wähler in mehreren US-Staaten auch über die Freigabe von Marihuana für den privaten Konsum abgestimmt. In Maryland und Missouri gab es am Dienstag jeweils eine Mehrheit dafür, in Arkansas und North Dakota votierten die Wählerinnen und Wähler dagegen. Wie die Abstimmung in South Dakota ausgegangen ist, war am Mittwochmorgen (Ortszeit) noch nicht klar. 
Philip Zeitner
Der republikanische Fraktionsvorsitzende im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, hat sich am Mittwoch siegesgewiss gezeigt. „Wenn ihr morgen aufwacht, werden wir die Mehrheit haben und Nancy Pelosi wird in der Minderheit sein“, sagte der kalifornische Abgeordnete in der Nacht (Ortszeit) vor Anhängern. Sollten die Republikaner tatsächlich eine Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen, könnte McCarthy Vorsitzender der Kammer und damit Nachfolger von Pelosi werden. 
Philip Zeitner
Die US-Demokraten haben bei den Kongress-Zwischenwahlen einen wichtigen Erfolg erzielt: Im Rennen um einen Senatssitz im Bundesstaat Pennsylvania setzte sich der Demokrat John Fetterman am Dienstag laut US-Sendern gegen den Republikaner Mehmet Oz durch. Das steigert die Chancen der Partei von Präsident Joe Biden, bei den Midterms ihre hauchdünne Senatsmehrheit zu verteidigen.​ 
Philip Zeitner
Die für ihre linken Positionen bekannten demokratischen US-Abgeordneten rund um Alexandria Ocasio-Cortez haben ihre Sitze bei der Parlamentswahl verteidigt. Nach vorläufigen Zahlen und Prognosen von US-Medien setzten sich die sechs Mitglieder der als „The Squad“ bekannten Gruppe am Dienstag deutlich gegen ihre republikanischen Herausforderer durch. 

Dazu gehören neben der New Yorkerin Ocasio-Cortez auch Ilhan Omar aus Minnesota, Ayanna Pressley aus Massachusetts, Rashida Tlaib aus Michigan, Cori Bush aus Missouri und Jamaal Bowman in New York. Die Abgeordneten setzen sich unter anderem für einen besseren Krankenversicherungsschutz sowie für den „Green New Deal“ für mehr erneuerbare Energien ein.
Philip Zeitner
Welche der großen Parteien künftig den US-Kongress dominieren wird, ist auch Stunden nach Schließung der Wahllokale am Mittwochmorgen noch unklar. Viele besonders hart umkämpfte Rennen etwa um Senatsmandate waren noch offen, ein von so manchen Beobachtern vorhergesagter Durchmarsch der Republikaner war zunächst nicht zu erkennen. Vielmehr setzten sich bisher in den eher liberalen Staaten erwartungsgemäß die Demokraten durch, während die Republikaner in ihren Hochburgen im Süden und im Mittleren Westen der USA reüssierten. 
Philip Zeitner
Das Recht auf Abtreibung wird im US-Bundesstaat Michigan Hochrechnungen zufolge durch einen Zusatz in die Verfassung aufgenommen werden. Bei den Zwischenwahlen in den USA wurde für ein entsprechendes Referendum am Dienstagabend (Ortszeit) die notwendige Mehrheit erreicht, wie die TV-Sender ABC und NBC meldeten. Abtreibung bleibt in dem Bundesstaat damit legal. Der Ausgang der Entscheidung in Michigan galt als ungewiss. Ende Juni hatte das Oberste Gericht in Washington ein landesweites Recht auf Abtreibung gekippt. 
Philip Zeitner
Die US-Demokraten haben bei den Kongress-Zwischenwahlen offenbar einen wichtigen Erfolg erzielt: Im Rennen um einen Senatssitz im Bundesstaat Pennsylvania riefen die Sender NBC und Fox News den Demokraten John Fetterman in der Nacht auf Mittwoch (Ortszeit) zum Sieger aus. Der bisherige Vizegouverneur des Ostküstenstaates gewann demnach gegen seinen republikanischen Rivalen Mehmet Oz. 
Philip Zeitner
Die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, hat ihr Abgeordnetenmandat verteidigt. Der Sender CNN und die Nachrichtenagentur AP erklärten die 82-jährige Demokratin in der Nacht zum Mittwoch zur Siegerin der Abstimmung in ihrem Wahlkreis im US-Bundesstaat Kalifornien. Sie hatte 2018 zum vierten Mal den Vorsitz im Repräsentantenhaus übernommen. Im Parlament vertritt sie ihren Wahlkreis schon seit 1987. 
Philip Zeitner
Nach mehr als 230 Jahren schickt auch der letzte US-Bundesstaat eine Frau in den US-Kongress. Die Wählerinnen und Wähler in Vermont entschieden sich bei der US-Zwischenwahl am Dienstag nach Angaben der Nachrichtenagentur AP und mehreren TV-Sendern, die Demokratin Becca Balint ins Abgeordnetenhaus zu schicken. 
Maren Boots
Maren Boots
Bei Gouverneurswahlen in den USA sind weitere Entscheidungen gefallen.

Auf Rhode Island wurde der Demokrat Daniel McKee für seine erste volle Amtszeit wiedergewählt, wie aus der Zählung der Nachrichtenagentur AP hervorging. In South Carolina wurde der Republikaner Henry McMaster im Amt bestätigt, in Wyoming sein Parteikollege Mark Gordon und im Wüstenstaat Iowa die republikanische Amtsinhaberin Kim Reynolds. 

Ebenfalls wiedergewählt wurde der Republikaner Mike DeWine in Ohio. In South Dakota wurde die Republikanerin Kristi Noem im Amt bestätigt, in Texas der republikanische Gouverneur Greg Abbott und in Idaho deren Parteikollege Brad Little. In Kalifornien gelang dem demokratischen Gouverneur Gavin Newsom die Wiederwahl. In Minnesota wurde der Demokrat Tim Walz als Gouverneur im Amt bestätigt. 

Im Rennen um das Gouverneursamt in Georgia gestand die demokratische Herausforderin Stacey Abrams ihre Niederlage gegen den republikanischen Amtsinhaber Brian Kemp ein. Die AP hatte das Rennen dort am Dienstagabend (Ortszeit) allerdings zunächst noch nicht für entschieden erklärt. In Nebraska wurde der Republikaner Jim Pillen zum Gouverneur gewählt und auf Hawaii der Demokrat Josh Green ins Amt gewählt.  In Pennsylvania setzte sich der Demokrat Josh Shapiro durch. In New Mexico wurde die Demokratin Michelle Lujan Grisham als Gouverneurin wiedergewählt, in Maine gelang dies auch ihrer Parteikollegin Janet Mills, in New York der demokratischen Gouverneurin Kathy Hochul.  Dem Demokrat Ned Lamont glückte in Connecticut die Wiederwahl. 
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Kopf-an-Kopf-Rennen für den Senatssitz: Im Bundesstaat Georgia lagen wegen eines Stimmanteils von rund zwei Prozent für den Kandidaten einer dritten Partei, der Libertären, sowohl der Republikaner Herschel Walker als auch der amtierende Demokrat Raphael Warnock unter 50 Prozent. Damit könnte wegen einer Sonderregelung in dem Bundesstaat am 6. Dezember eine Stichwahl nötig werden. 
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Fragen Sie sich etwa, wieso Sie heute früh keine Ergebnisse der US-Wahlen bei uns lesen? Das liegt daran, dass es noch keine belastbaren Ergebnisse gibt. Edison Research zufolge steht allein für das US-Repräsentantenhaus noch grob ein Drittel der Ergebnisse aus. Von den 435 Einzelabstimmungen müssten noch 130 entschieden werden, gibt das Meinungsforschungsinstitut bekannt. Bislang verfügten die Republikaner im Abgeordnetenhaus über 177 Sitze und die Demokraten über 128.
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Millionen Amerikaner haben ihre Stimme abgegeben. Wer wird in den USA künftig Senat und Abgeordnetenhaus kontrollieren? Auch am Mittwochmittag unserer Zeit ist noch nicht abzusehen, wer die Wahl gewinnt. 
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Bei den Gouverneurswahlen gibt es den Prognosen zufolge weitere Gewinne zu erwarten: Die Demokratin Kathy Hochul hat laut Vorhersagen der TV-Sender NBC und ABC die Gouverneurswahl im US-Bundesstaat New York gewonnen. Die 64-jährige Hochul setzte sich gegen den Republikaner und Trump-Verehrer Lee Zeldin durch. Dieser hatte in den vergangenen Wochen in Umfragen aufgeholt.

Unterdessen verteidigte der Republikaner Brian Kemp sein Amt als Gouverneur des wichtigen US-Bundesstaates Georgia Prognosen zufolge gegen seine demokratische Konkurrentin Stacey Abrams (48).
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Im Bundesstaat Colorado wurde der demokratische Senator Michael Bennet für eine dritte Amtszeit bestätigt. Seinen Wahlkampf hatte er vor allem mit dem Versprechen bestritten, Abtreibungsrechte zu schützen. Sein republikanischer Widersacher Joe O'Dea gehörte zu den wenigen Republikanern, die das Grundsatzurteil im Fall Roe gegen Wade unterstützen, das der Oberste Gerichtshof im Sommer gekippt hatte. Doch half ihm das letztlich nicht.
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Der republikanische Bestseller-Autor J.D. Vance ist für den US-Bundesstaat Ohio in den US-Senat gewählt worden. Vance setzte sich gegen den demokratischen Kandidaten Tim Ryan durch, wie die US-Sender NBC und ABC am Dienstagabend auf Grundlage von Wählerbefragungen und ersten Stimmauszählungen meldeten. Vance hatte sich vor einigen Jahren noch kritisch über Ex-Präsident Donald Trump geäußert - dann vollzog er jedoch eine Kehrtwende. Der 38-Jährige wurde im Wahlkampf kräftig von Trump unterstützt. Der bisherige republikanische Senator war bei der Wahl nicht noch einmal angetreten.

Vance veröffentlichte 2016 seine Memoiren „Hillbilly-Elegie. Die Geschichte meiner Familie und einer Gesellschaft in der Krise“. Der Bestseller gibt Einblick in eine Schicht, die damals den Wahlsieg Donald Trumps mit ermöglicht hat. 
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Die Demokraten von US-Präsident Joe Biden haben im Abgeordnetenhaus offenbar zwei hart umkämpfte Sitze im Bundesstaat Virgina verteidigt. Prognosen der Sender CNN und NBC zufolge wurden die Amtsinhaberinnen Abigail Spanberger und Jennifer Wexton wiedergewählt. Beobachter sahen die Rennen als einen wichtigen Indikator: Einen möglichen Erfolg der Republikaner in den beiden zuletzt eher den Demokraten zugeneigten Wahlbezirken hätten sie als Zeichen für bedeutende Gewinne im Repräsentantenhaus gesehen. Die Demokraten hielten dort zuletzt nur eine knappe Mehrheit.
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Im Kampf um die Mehrheit im Senat hat bislang offenbar keine Partei einen Sitz gewonnen oder verloren, berichtet das Meinungsforschungsinstitut Edison Research. Von den 35 Abstimmungen für die Kongresskammer sei ein inoffizielles Ergebnis - aufgrund von Hochrechnungen - inzwischen in 22 bekannt. Die Republikaner dürften keinen Sitz verlieren und müssten einen zusätzlichen Sitz übernehmen, um die Kontrolle im Senat zu gewinnen.
Petrina Engelke
Petrina Engelke
So hatten schon die Vorhersagen für Texas ausgesehen: Der Republikaner Greg Abbott hat die Gouverneurswahl ersten Hochrechnungen zufolge wie erwartet gewonnen. Der 64-Jährige Amtsinhaber setzte sich bei der Abstimmung nach Vorhersagen der TV-Sender Fox News und NBC gegen seinen demokratischen Kontrahenten Beto O'Rourke (50) durch.

Abbott regiert den Staat seit 2015 und hatte zuletzt immer wieder Politik am rechten Rand betrieben. Er gilt als möglicher Bewerber um die Präsidentschaftskandidatur für 2024.
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Der Demokrat Josh Shapiro wird Prognosen zufolge neuer Gouverneur des US-Bundesstaates Pennsylvania. Der bisherige Generalstaatsanwalt des Schlüsselstaates mit etwa 13 Millionen Einwohnern gewann Vorhersagen der TV-Sender NBC und Fox News zufolge gegen den Republikaner und glühenden Trump-Anhänger Doug Mastriano (58).

Shapiro konzentrierte sich in seiner Kampagne unter anderem auf den Schutz der Demokratie. Der staatliche Senator Mastriano verbreitete derweil Trumps Unwahrheiten von der gestohlenen Wahl 2020. In der Vergangenheit sprach er sich gegen Corona-Maßnahmen aus und ist strikter Abtreibungsgegner.

Pennsylvania gilt als ein sogenannter „Swing State“, in dem die Wähler mal die Republikaner und mal die Demokraten bevorzugen. 
Petrina Engelke
Petrina Engelke
US-Präsident Joe Biden feuert noch am späten Abend die Wähler an: "Wenn Sie noch am Wahllokal anstehen, bleiben Sie in der Schlange!", schrieb Biden auf Twitter. Zudem teilte er mit, er habe gerade einigen Kandidaten telefonisch gratuliert.
Petrina Engelke
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Ebenfalls keine Überraschung: Die berüchtigte republikanische Abgeordnete und QAnon-Anhängerin Marjorie Taylor Greene hat offenbar ihren Sitz im US-Repräsentantenhaus verteidigt. Das berichtete ein Reporter der Nachrichtenagentur AP aus Savannah im US-Staat Georgia. Vor und während ihrer ersten Amtszeit hatte die 48-Jährige mit Verschwörungstheorien aufhorchen lassen und sich teils rassistisch und antisemitisch geäußert. Greene zählt zu den republikanischen Kandidaten, die mit extremistischen Äußerungen auf Wählerfang gingen.
Petrina Engelke
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Nach mehreren Stunden Auszählung in vielen Bundesstaaten hat es bei den US-Zwischenwahlen am Dienstagabend (Ortszeit) noch keinen klaren Trend gegeben. Weder die zuvor in Umfragen leicht favorisierten Republikaner, noch die sowohl den Senat als auch das Repräsentantenhaus kontrollierenden Demokraten konnten die „Midterms“ bisher deutlich für sich entscheiden. Nach einem Erdrutschsieg für eine der beiden Parteien sieht es bislang nicht aus. Allerdings kann sich das Bild noch deutlich ändern. Eine endgültige Entscheidung über die neuen Machtverhältnisse im Kapitol könnte sich wochenlang hinziehen.
Petrina Engelke
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Was sind eigentlich Wahlleugner? Das Wort ist zunächst einmal eine direkte Übersetzung des englischen "election denier". Darunter versteht man einen Menschen, der das Ergebnis einer Wahl nicht anerkennt. Einer Erhebung der Umfrage-Website "Five Thirty Eight" zufolge erkennen nur 78 der insgesamt 552 republikanischen Kandidaten das Wahlergebnis von 2020 als legitim an.

Demnach geben 199 der republikanischen Kandidaten an, die Wahl von 2020 sei "von Trump gestohlen", oder sie haben sogar aktiv Schritte unternommen, um das Wahlergebnis umzukehren. Weitere 61 säen Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Präsidentschaftswahl. 121 weichen der Frage aus.

Laut "Five Thirty Eight" findet bei den "Midterms" mehr als die Hälfte der US-Wähler (60 Prozent) einen Wahlleugner auf ihrem Stimmzettel. Unter den Demokraten gibt es keine Wahlleugner.
Petrina Engelke
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In Arizona lehnt ein Richter den Antrag der Republikaner ab, die Wahllokale im Kreis Maricopa County nach Problemen mit den Wahlmaschinen länger geöffnet zu lassen. Über die Probleme mit den Wahlmaschinen wurde bereits früher in diesem Blog berichtet. Nach Augenzeugenberichten waren dort zwar technische Probleme aufgetreten, sie hatten aber keine nennenswerte Verzögerung beim Wahlablauf nach sich gezogen. 

In Mariposa County hatte bei der Wahl 2020 ein bewaffneter Mob versucht, Wahlhelfer einzuschüchtern und an der Auszählung der Stimmen zu hindern. Ziel war, Trump eine zweite Amtszeit zu sichern. Trump und seine Anhänger halten bis heute an der Lüge fest, seine Niederlage könne nur Folge eines Wahlbetrugs gewesen sein. 

Petrina Engelke
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Kaum eine Überraschung: Der Senator von New York, Chuck Schumer, hat sich mühelos eine fünfte Amtszeit gesichert. Bei den Zwischenwahlen schlug der 71-Jährige aus Brooklyn am Dienstag den Republikaner Joe Pinion, der als Moderator beim rechtskonservativen Sender Newsmax tätig ist. Im Staat New York, wo die Wähler der Demokraten zahlenmäßig weit überlegen sind, schien Pinions Kandidatur aussichtslos.

In den Senat wurde Schumer erstmals 1998 gewählt, im vergangenen Jahr wurde er der Mehrheitsführer der Parlamentskammer. Sollten die Republikaner bei den Zwischenwahlen die Kontrolle über den Senat erobern, wäre Schumers Funktion als Mehrheitsführer beendet. ImUS-Senat halten die beiden politischen Lager derzeit noch jeweils 50 Mandate. Den Ausschlag gibt bei Abstimmungen gibt im Zweifelsfall die Vizepräsidentin Kamala Harris. 
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Bei Gouverneurswahlen in den USA haben mehrere Amtsinhaber den Hochrechnungen zufolge ihren Posten gehalten. In South Carolina wurde demnach der Republikaner Henry McMaster im Amt bestätigt, in Wyoming sein Parteikollege Mark Gordon, in Iowa die republikanische Amtsinhaberin Kim Reynolds und in Ohio der Republikaner Mike DeWine. 

In Rhode Island wurde der Demokrat Daniel McKee für seine erste volle Amtszeit wiedergewählt. 
Petrina Engelke
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Der republikanische Senator von Florida, Marco Rubio, hat sein Amt verteidigt. Bei den US-Zwischenwahlen setzte sich der 51-Jährige am Dienstag gegen die Demokratin Val Demings durch, die sich als Kongressabgeordnete im ersten Amtsenthebungsverfahren gegen Ex-Präsident Donald Trump landesweit einen Namen machte und zum Anwärterkreis fürs Vizepräsidentenamt unter Joe Biden zählte. 

Damit bleibt ein Schlüsselmandat in der Hand der Republikaner, die sich Chancen auf eine Übernahme der Kontrolle im Senat ausrechnen, in dem aktuell die Demokraten eine hauchdünne Mehrheit haben.
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Die Wahlbehörden in den USA berichten bislang nur von vereinzelten Vorfällen. In Louisiana ging demnach eine Bombendrohung ein, in einem Kreis in Pennsylvania ging das Papier aus.
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Sarah Huckabee Sanders, die unter Trump Sprecherin des Weißen Hauses gewesen war, wird Hochrechnungen zufolge die neue Gouverneurin des US-Bundesstaates Arkansas. Die 40-jährige Republikanerin schlug demnach ihren demokratischen Kontrahenten Chris Jones (52).

Im konservativen Arkansas galt der Sieg der von Trump unterstützten Huckabee Sanders als sicher. Sie war von 2017 bis 2019 Sprecherin im Weißen Haus. Während dieser Zeit war ihr immer wieder vorgeworfen worden, unwahre oder irreführende Stellungnahmen zu verbreiten. 
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Demokraten erobern laut Hochrechnungen zwei Gouverneursämter von den Republikanern zurück: In Massachusetts setzte sich die bisherige Generalstaatsanwältin Maura Healey durch, in Maryland der Autor Wes Moore, wie die US-Nachrichtenagentur AP auf Basis von Stimmauszählungen und Befragungen von Wählerinnen und Wählern berichtete. Healey ist die erste Frau und auch die erste offen homosexuelle gewählte Kandidatin in Massachusetts, Moore wird der erste schwarze Gouverneur in Maryland.
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Schlangestehen, tanzen, Kindern die Demokratie zeigen: Auf diesen Fotos sehen Sie, wie es in und um die Wahllokale bei den "Midterm"-Wahlen in den USA zugeht.
Petrina Engelke
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Mit dem Jungdemokraten Maxwell Alejandro Frost zieht zum ersten Mal ein Mitglied der sogenannten Generation „Z“ in den US-Kongress ein. Der 25-Jährige besiegte am Dienstag (Ortszeit) in einem als Demokratenhochburg geltenden Wahlkreis im Großraum Orlando den 72 Jahre alten Republikaner Calvin Wimbish. Den Wahlkreis vertrat in Washington bisher die Demokratin Val Demings, die in diesem Jahr dem bekannten republikanischen Senator Marco Rubio herausfordert.

Frost warb im Wahlkampf für eine Verschärfung des Waffenrechts und soziale Gerechtigkeit, Wimbish präsentierte sich als ein „christlicher, konservativer und verfassungstreuer“ Kandidat.

Falls Sie sich fragen, wie der Wahlkampf von Maxwell Alejandro Frost aussah:
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Der Republikaner Ron DeSantis ist als Gouverneur von Florida wiedergewählt worden. Nach Zählung der Nachrichtenagentur AP siegte er gegen seinen demokratischen Herausforderer Charlie Crist. DeSantis wird als potenzieller republikanischer Präsidentschaftsanwärter für 2024 gehandelt. 
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Wie kommt es eigentlich, dass in den USA schon Wahlergebnisse bekanntgegeben werden, während die Wahllokale noch geöffnet sind? Das liegt zum Teil daran, dass die US-Bundesländer in unterschiedlichen Zeitzonen liegen und auch die Wahllokale unterschiedlich lange geöffnet sind. Hinzu kommen komplizierte Hochrechnungsverfahren. Die Nachrichtenagentur AP gilt als besonders gut bei der Entscheidung, wann die Wahl für einen bestimmten Sitz im Senat oder Kongress gelaufen ist. So funktioniert das:
Petrina Engelke
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In Kentucky sind erst 11 Prozent der Stimmen ausgezählt. Nach Berechnungen der Nachrichtenagentur AP ist die Wahl um einen Senatssitz dort dennoch entschieden: Der Republikaner Rand Paul ist offenbar als Senator wiedergewählt worden. Er setze sich bei den Kongresswahlen am Dienstag in Kentucky gegen seinen demokratischen Herausforderer Charles Booker durch, wie AP mitteilte.

Rand Paul war 2010 erstmals in den Senat gewählt worden, als Vertreter der libertären Tea-Party-Bewegung. Mehrfach stand er seither auch über Kreuz mit der eigenen Partei. 2016 trat er im parteiinternen Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner an, bei dem sich letztlich Donald Trump durchsetzte.
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Die Nachrichtenagentur AP sieht in South Carolina die Wahl um einen Sitz im US-Senat als entschieden an: Demnach sicherte sich der republikanische Senator Tim Scott die Wiederwahl gegen seine Herausforderin Krystle Matthews

In den US-Senat war Scott 2013 von der damaligen Gouverneurin Nikki Haley berufen worden, als der seinerzeitige Amtsinhaber Jim DeMint seinen Rücktritt erklärt hatte. In der Folge gewann Scott eine Sonderwahl. Er ist der einzige schwarze Republikaner im Senat und gilt als ein möglicher Anwärter für die Präsidentschaftskandidatur der Partei 2024. 
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Auch in Georgia schließen die Wahllokale. Das besonders enge Rennen um einen der beiden Senatssitze des Bundesstaates könnte Experten zufolge für die Mehrheitsverhältnisse in der Kammer am Ende den Ausschlag geben. Sollte allerdings kein Kandidat auf Anhieb mehr als 50 Prozent der Stimmen gewinnen, wird eine Stichwahl am 6. Dezember notwendig.
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Die Nachrichtenagentur AP ist früh dran: Sie erklärt einen ersten Wahlsieger. Demnach gewinnt der demokratische Kandidat Peter Welch das Rennen um einen bislang von einem Demokraten besetzten Senatssitz aus Vermont. Der 75-Jährige Welch war zuvor Abgeordneter im Repräsentantenhaus und musste sich einige Kritik anhören, als er sich für eine Kandidatur um einen der Senatssitze von Vermont entschied.

Seinen Entschluss begründete Welch damit, dass seine Erfahrung als politischer Brückenbauer im Senat in einer Zeit gebraucht werde, in der die Grundfesten der amerikanischen Demokratie bedroht seien. Der nun unterlegene Malloy ist ein pensionierter Armeeoffizier und Politneuling, der von Ex-Präsident Donald Trump unterstützt wurde.
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Donald Trump stachelt am Wahltag seine Fans auf. Seit Jahren macht der ehemalige US-Präsident Stimmung gegen demokratische Wahlen, weil diese seinen Sieg gefährden. Am Dienstagnachmittag (Ortszeit) verbreitet Trump auf der von ihm mitbegründeten Social-Media-Plattform „Truth Social“ erneut unbelegte Vorwürfe über angebliche Unregelmäßigkeiten bei der Stimmabgabe - und ruft zu Protesten auf. 
Petrina Engelke
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Die ersten Wahllokale in den USA haben soeben geschlossen. In Teilen der US-Bundesstaaten Indiana und Kentucky gingen die Abstimmungen am Dienstagabend um 18 Uhr Ortszeit, also um Mitternacht deutscher Zeit zu Ende. Da sich die USA über mehrere Zeitzonen erstrecken, zieht sich die Wahl insgesamt sehr lange hin: In weiten Teilen Alaskas und auf Hawaii sind die Wahllokale noch bis 6 Uhr deutscher Zeit geöffnet.

Mit den ersten aussagekräftigen Ergebnissen wird frühesten am Mittwochmorgen gerechnet. Das liegt nicht nur an den verschiedenen Zeitzonen der Bundesstaaten, sondern vor allem daran, dass in den USA nicht allein am 8. November gewählt wird. Per Briefwahl und persönlich haben die US-Bürger seit Wochen ihre Stimme abgeben können. Diese "Early Votes" werden in einigen Bundesstaaten erst später gezählt. Zudem kann es bei knappen Rennen zu einer zweiten Auszählung kommen. Die Republikaner haben bereits im Vorfeld der Wahl signalisiert, dass sie in vielen Fällen Wahlergebnisse anfechten wollen, sollten nicht ihre Kandidaten die Gewinner sein.
Petrina Engelke
Petrina Engelke
Bei den US-Wahlen ist es bislang kaum zu Pannen gekommen. Im US-Bundesstaat Philadelphia haben sich einige Briefwähler beschwert, dass sie abgewiesen worden seien, als sie persönlich an den Wahllokalen erschienen, nachdem es mit den Briefwahlstimmen offenbar ein Problem gegeben hatte. Die Behörden dort teilten mit, es sei ausreichend Zeit die Gültigkeit der Briefwahlstimmen sicherzustellen. 
(peng/hebu)
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