Melania Trump beim Parteitag Blick über den Tellerrand statt pure Nabelschau

Analyse · Die Gattin des US-Präsidenten Donald Trump hat bei ihrer Rede andere Töne angeschlagen als ihr Mann. Auch mit der Vergangenheit des Landes ging sie kritisch um. Kein ganz gewöhnlicher Auftritt beim Republikaner-Parteitag.

 Melania Trump, die First Lady, nach ihrer Ansprache.

Melania Trump, die First Lady, nach ihrer Ansprache.

Foto: AFP/BRENDAN SMIALOWSKI

Die First Lady hat den Rosengarten des Weißen Hauses gerade erst umgestalten lassen. Alte Holzapfelbäume mussten weichen, um den Rasen zu erweitern und neue Wege anzulegen. Kritiker monieren, der historische Garten habe an Charakter verloren, auch wenn er nun mehr Platz biete für geladene Gäste. Jedenfalls war Melania Trump am zweiten Tag des Wahlkonvents der Republikaner die erste Rednerin, die dort an ein Pult trat. Was an sich schon ein Bruch mit der Tradition war: Bislang galt eine eiserne Regel, nach der das Gelände des Weißen Hauses, die Grünflächen eingeschlossen, ausschließlich regierungsoffiziellen Anlässen vorbehalten ist und Parteiveranstaltungen dort nichts zu suchen haben. Am Dienstagabend hat Donald Trump, der in der ersten Reihe saß, um seiner Frau zuzuhören, wie die meisten anderen ohne Maske, auch diese Regel über Bord geworfen.