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Lloyd Austin: Biden nominiert afroamerikanischen Ex-General als Verteidigungsminister

Viersternegeneral Lloyd Austin : Biden nominiert Afroamerikaner Austin als Verteidigungsminister

Der gewählte US-Präsident Joe Biden hat den pensionierten Vier-Sterne-General Lloyd Austin als Verteidigungsminister nominiert. Der 67-Jährige soll damit als erster Afroamerikaner der Geschichte die Spitze des Pentagon übernehmen, wie Bidens Übergangsteam am Dienstag mitteilte.

US-Medien hatten bereits am Montagabend über Bidens Entscheidung zugunsten Austins berichtet.

Austin (67) war zu Beginn seiner mehr als 40-jährigen Karriere im US-Militär zunächst in Deutschland eingesetzt. Zuletzt von 2013 bis zu seinem Ruhestand 2016 war er Kommandeur der US-Streitkräfte im Nahen Osten (Centcom) und kennt sich daher mit den weiterhin aktuellen Konfliktherden aus. Centcom ist verantwortlich für die US-Einsätze unter anderem im Irak, in Syrien und in Afghanistan. Bei einigen progressiven Gruppen gilt Austin als Verteidigungsminister als umstritten, da er unter anderem im Vorstand des Waffenherstellers Rytheon Technologies sitzt.

Der Ex-General muss wie die anderen Kandidaten für das Kabinett des künftigen Präsidenten noch vom Senat bestätigt werden. Austin würde außerdem eine Ausnahmegenehmigung durch das US-Parlament benötigen. Nach den geltenden Regelungen müssen zwischen dem aktiven Militärdienst und einer Berufung zum Verteidigungsminister mindestens sieben Jahre liegen. Hintergrund ist, dass das Pentagon von einem Zivilisten geführt werden soll.

Der erste Verteidigungsminister des nun abgewählten US-Präsidenten Donald Trump, Ex-General James Mattis, bekam eine solche Ausnahmegenehmigung 2017. Mattis war Ende 2018 zurückgetreten, nachdem Trump einen Abzug eines großen Teils der US-Truppen aus Syrien angekündigt hatte.

Biden kennt Austin spätestens seit seiner Zeit als Vize-Präsident der Obama-Regierung. Austin war am Irak-Krieg als Militärangehöriger während der gesamten Dauer beteiligt. Zur Zeit der Wahl Obamas 2008 hatte er das Kommando über die multinationalen Truppen in Bagdad, zwischen 2010 und 2011 kehrte er zurück, befehligte die US-Truppen im Irak und beaufsichtigte anschließend den Abzug.

Ein Jahr darauf entwarf er unter anderem Strategien für die Bekämpfung der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien. Als Austin in den Ruhestand ging, lobte Obama seinen „Charakter und Kompetenz“, außerdem sein Urteilsvermögen und Austins Führungsqualitäten. Der 67-Jährige ist Absolvent der United States Military Academy in West Point. Er diente dem Militär 41 Jahre lang - bis zu seinem Ruhestand 2016.

Austin als einen „stillen“ General zu bezeichnen, wäre untertrieben: Er gab selten Interviews und bevorzugte es, sich nicht öffentlich zu Militäroperationen zu äußern.

(peng/Reuters/dpa/AFP)