Präsidentschaftskandidat hält Rede in Lexington: Kann Mitt Romney Außenpolitik?

Präsidentschaftskandidat hält Rede in Lexington : Kann Mitt Romney Außenpolitik?

Mitt Romney ist im Aufwind. Erst feierte der republikanische Präsidentschaftskandidat im TV-Duell mit Barack Obama einen Etappensieg in der Wirtschaftspolitik. Nun begibt er sich auf ein für ihn kniffliges Terrain: Er stellt außenpolitische Ideen vor.

Mitt Romney möchte weiter Boden gut machen. Nach seinem gutem Auftritt im ersten TV-Duell mit Präsident Barack Obama kletterte der Republikaner in den Umfragen. Thema des TV-Duells am Mittwochabend war die Innenpolitik, insbesondere die Wirtschafts- und Finanzpolitik. Hier fühlt sich Romney nach eigenen Angaben zu Hause.

Seine Gegner halten dagegen, es sei der einzige Bereich, in dem er sich auskennt. Und nun die Außenpolitik. Am Montagabend (Ortszeit) hält Romney eine mit Spannung erwartete Ansprache in einem Militär-College in Lexington im Bundesstaat Virginia.

Romney hat Übung nötig

Romney dürfte die Lexington-Rede als willkommene Trainingseinheit ansehen, bevor am 16. Oktober im dritten und letzten TV-Duell mit Obama die Außenpolitik im Zentrum der Debatte stehen wird. In diesem Bereich hat Romney Übung nötig, meinen Kritiker.

Mehrere US-Medien veröffentlichten vorab Inhalte der Ansprache. Romneys Fokus liegt demnach in der Nahost-Politik. So wurde bekannt, dass er unter anderem die syrischen Rebellen mit Waffenlieferungen unterstützen möchte. "Ich werde sicherstellen, dass die Waffen bekommen, die sie brauchen, um Assads Panzer, Hubschrauer und Kampfjets zu besiegen", heißt es in dem Manuskript, das beispielsweise den CBS News vorliegt.

Weitere Sanktionen gegen den Iran

Romney wird in seiner Ansprache dem Iran mit der Ausweitung von Sanktionen drohen. Das Mullah-Regime in Teheran solle entscheidend geschwächt werden. Nach Einschätzung des Republikaners würde sich der Syrien-Konflikt zu einem Stellvertreterkrieg zwischen den USA und dem Iran ausweiten.

Anders als Obama, der ankündigt hatte, bis Ende 2014 alle Truppen aus Afghanistan abziehen zu wollen, möchte Romney verstärkt auf die Stimmen der Kommandeure am Hindukusch hören. Er wolle sich lieber nicht auf ein öffentliches Abzugs-Datum festlegen, das möglicherweise am Ende nicht eingehalten werden könne.

"Eine absolute Katastrophe"

Der Republikaner möchte seinen Kritikern und den vielen unentschlossenen Wählern beweisen, dass er über politische Kompetenzen in der Außenpolitik verfügt. "Wir werden uns nicht von jemandem belehren lassen, der in der Außenpolitik eine absolute Katastrophe war, jedes Mal wenn er seinen Zeh in außenpolitische Gewässer gesteckt hatte", sagte Obamas Wahlkampfsprecherin Jennifer Psaki.

In den vergangenen Monaten brüskierte der als roboterhaft verschrieene Republikaner reihenweise die ausländischen Gesprächspartner. Er irritierte mit verbalen Aussetzern unter anderem Briten, Spanier und Palästinenser.

Obamas Vorsprung schmilzt

Bei seinem London-Besuch kurz vor den Olympischen Spielen brachte er seine Sorge zum Ausdruck, ob die Spiele erfolgreich verlaufen könnten. Es gebe "beunruhigende Zeichen", dass London ein solches Ereignis nicht stemmen könne. Den Palästinensern sprach er jeglichen Friedenswillen ab.

In Umfragen bleibt Romney Obama dicht auf den Fersen. In einer am Sonntag veröffentlichen Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters und des Meinungsforschungsinstituts Ipsos kam Obama auf 47 Prozent Zustimmung, Romney erhielt 45 Prozent.

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(nbe)