Joe Biden gibt laut Agentur am Donnerstag Präsidentschaftskandidatur bekannt

Nach Agentur-Informationen : Biden gibt am Donnerstag Präsidentschaftskandidatur bekannt

Wird er oder wird er nicht? Joe Bidens mögliche Kandidatur war das wohl am hitzigsten diskutierte Thema in dieser frühen Phase des Präsidentschaftswahlkampfs in den USA. Nun will er seine Entscheidung bekanntgeben.

Der ehemalige US-Vizepräsident Joe Biden wird nach Informationen der Nachrichtenagentur AP noch diese Woche seine Präsidentschaftskandidatur bekanntgeben. Der 76-Jährige werde am Donnerstag offiziell seinen Wahlkampf für die Vorwahlen der Demokraten starten, sagte eine Person, die mit seinen Plänen vertraut ist, der AP. Neben ihm wollen mehr als 20 weitere Bewerber für die Demokraten gegen den republikanischen Präsidenten Donald Trump antreten. Der Kandidat der Partei wird erst im kommenden Jahr gekürt, wenige Monate vor der Wahl.

Wegen seiner Bekanntheit und politischen Erfahrung wird Biden als einer der aussichtsreichsten Anwärter gehandelt. Biden war während der beiden Amtszeiten von Ex-Präsident Barack Obama dessen Stellvertreter. Zuvor war Biden fast vier Jahrzehnte lang Senator.

Als Schwachpunkte seiner Kandidatur gelten sein hohes Alter und seine politisch eher moderate Einstellung, die nach Ansicht einiger Kritiker nicht mehr zu einer Partei passt, die deutlich nach links gerückt ist. Liberale Wähler könnten eher für einen Kandidaten aus dem linken Flügel stimmen. Außerdem war er in den vergangenen Wochen in die Kritik geraten, weil er mehrfach Frauen unangemessen umarmt und berührt hatte. Die Vorwürfe waren allerdings nicht sexueller Natur.

Unter anderem gehen für die Demokraten die Senatorin Elizabeth Warren, der unabhängige Senator Bernie Sanders, der texanische Shootingstar Beto O'Rourke und der überraschend erfolgreiche Bürgermeister von South Bend im US-Staat Indiana, Pete Buttigieg, ins Rennen. Buttigieg ist mit 37 der jüngste prominente Anwärter, Sanders ist mit 77 Jahren der älteste, noch ein Jahr älter als Biden.

In den kommenden Wochen könnten noch einige weniger bekannte Demokraten ihren Hut in den Ring werfen, wie etwa der Gouverneur von Montana, Steve Bullock. Doch Biden gilt als letzter großer Name, bevor der Wahlkampf der Demokraten richtig Fahrt aufnimmt. „Komm rein, das Wasser ist warm“, sagte die Senatorin Kamala Harris, die ebenfalls antritt, am Dienstag.

Biden, der bereits zwei Mal erfolglos als Präsidentschaftsanwärter der Demokraten kandidiert hat, gilt vor allem unter Arbeitern als wählbar. Am kommenden Montag werde er vor Gewerkschaftsmitgliedern in Pittsburgh auftreten, erfuhr die AP von der Gewährsperson.

Die größte Gewerkschaft von Feuerwehrleuten in den USA bereitete sich bereits darauf vor, Biden diese Woche ihre Unterstützung auszusprechen. Die IAFF, die 316.000 hauptberufliche Feuerwehrleute unterstützt, werde Biden beim Spendensammeln helfen, sagte ihr Präsident Harold Schaitberger. Biden sei besser für einen Wahlsieg im Mittleren Westen positioniert, wo Trump 2016 erfolgreich war, als andere demokratische Bewerber aus der Vorrunde, sagte Schaitberger.

(lukra/dpa)
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