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Newt Gingrich geht auf Mitt Romney los: "Er hat Firmen geplündert und Millionen verdient"

Newt Gingrich geht auf Mitt Romney los : "Er hat Firmen geplündert und Millionen verdient"

Es war ein klarer Sieg für Mitt Romney und für viele Beobachter eine echte Vorentscheidung: Der Mormone und Multimillionär holt bei den Vorwahlen in New Hampshire 39 Prozent der Stimmen und lässt seine Konkurrenten weit hinter sich. Seine Widersacher werden nervös. Besonders Newt Gingrich. Der ehemalige Sprecher des Repräsentatenhauses keilt aus.

Nach seinem Erfolg in Iowa in der vergangenen Woche geht der frühere Gouverneur von Massachusetts nun gestärkt in die nächste Vorwahl in South Carolina am 21. Januar.

Sein Sieg in New Hampshire war erwartet worden. Von seinen Konkurrenten konnte sich keiner als klare Alternative zu Romney etablieren. Damit ist Romney der erste Republikaner seit 1976, der die beiden ersten Abstimmungen für sich entscheiden konnte.

Nach Auszählung von 95 Prozent der Wahlkreise kam Romney auf 39 Prozent der Stimmen. Der texanische Kongressabgeordnete Ron Paul erreichte mit 23 Prozent Platz zwei vor John Huntsman, dem ehemaligen Gouverneur von Utah, mit 17 Prozent.

Der ehemalige Präsident des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, und der frühere Senator Rick Santorum erreichten je neun Prozent der Stimmen. Wählernachfragen zufolge war die Lage der Wirtschaft das bestimmende Thema bei der Wahl.

Romneys schärfster Gegner, der frühere Oppositionsführer im Kongress, Newt Gingrich, könnte dem ehemaligen Gouverneur von Massachusetts das Leben noch einmal richtig schwer machen.

Es wird erwartet, dass Gingrich sich auf Romneys Vergangenheit als Mitbegründer des Risikokapitalanbieters Bain konzentriert. Romney hatte in den 80er- und 90er-Jahren Tausende von Arbeitsplätzen abgebaut und sich nach Ansicht seiner Kritiker als herzloser und profitgieriger Sanierer etabliert.

Gingrich holt gegen Romney aus

Noch in New Hampshire hatte Gingrich an Romneys Vergangenheit erinnert. Er sagte über Romneys Zeit bei Bain, der Kandidat habe "Firmen geplündert, Menschen in die Arbeitslosigkeit geschickt und Millionen von Dollar daran verdient". Die Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, versuchte dagegen, die Wogen zu glätten. "Es ist ein trauriger Tag, wenn die Republikaner in South Carolina und überall im Land den freien Markt infrage stellen", sagte sie. Firmen müssten in der Lage sein, im Sinne des Geschäfts und der Kunden Mitarbeiter einzustellen und zu entlassen.

Der konservative Radiomoderator Rush Limbaugh - eigentlich ein Kritiker von Romneys gemäßigtem Politikstil - nahm Gingrichs Attacken nicht ernst. "Newt plappert nach, was die 'New York Times' über Romney schreibt", sagte er.

Gingrich räche sich jetzt für die Gemeinheiten, die Romneys Lager zu Beginn des Wahlkampfes über Gingrich in einem Fernsehspot geäußert hatte. In der Wahlwerbung war vor allem Gingrichs angeblich wenig klare Linie bei der Durchsetzung republikanischer Grundsätze in seiner Zeit als Oppositionsführer im Parlament herausgestellt worden. Laut Limbaugh hätten Gingrich die Angriffe tief getroffen und jetzt räche er sich.

Spätestens nach den Vorwahlen in South Carolina dürfte die Schärfe in der Auseinandersetzung deutlich abnehmen, vermuten Beobachter. So sagte Danny Diaz, ein Berater der Republikaner: "Wir kommen bald an den Punkt, an dem die Verantwortlichen in der Partei ihre Unterstützung für den Führenden aussprechen oder erneuern". Der Ton in der Debatte könne dann wieder etwas ziviler werden und man könne sich auf den eigentlichen Gegner konzentrieren - Amtsinhaber Obama.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Mitt Romney: Seine Familie, seine Pannen, sein Geld

(csi)