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Nach der US-Wahl: Das Protokoll: Assange nennt Obama "Wolf im Schafspelz"

Nach der US-Wahl: Das Protokoll : Assange nennt Obama "Wolf im Schafspelz"

Barack Obama ist für weitere vier Jahre zum Präsidenten der USA gewählt. Seine Twitterbotschaft "Four more years" brach Rekorde. Politiker aus der ganzen Welt gratulieren zum Sieg, Promis feiern mit Obama in Chicago. Der Tag im Protokoll.

Nach Auszählung von 49 der 50 US-Staaten und von Washington D.C. ergibt sich folgendes Zwischenergebnis der US-Präsidentschaftswahl:

Barack Obama (Demokraten): 303 Wahlmännerstimmen

Mitt Romney (Republikaner): 206 Wahlmännerstimmen

Für den Wahlsieg sind mindestens 270 der 538 Wahlmännerstimmen erforderlich. Noch nicht ausgezählt war am Mittwochabend (MEZ) der US-Staat Florida mit 29 Wahlmännerstimmen.

+++ 20:01 Uhr Bei der US-Präsidentenwahl haben offenbar weniger Amerikaner abgestimmt als noch 2008. Nach vorläufigen Zahlen wurde die vor vier Jahren überschrittene 60-Prozent-Marke diesmal nicht erreicht. Endgültige Angaben zur Wahlbeteiligung lagen zunächst nicht vor, da auch am Mittwochnachmittag (Ortstzeit) noch nicht alle Stimmen ausgezählt waren. Nach Medienberichten könnte die Auszählung noch Wochen dauern.

+++ 19:52 Uhr Im Internet wird über das Glückwunschschreiben von Frankreichs Staatschef François Hollande an US-Präsident Barack Obama gespottet. Der Franzose unterschrieb den eigentlich auf Französisch verfassten Brief handschriftlich mit den Worten "friendly, François Hollande" und lag damit sprachlich ziemlich daneben. "Friendly" ist im Englischen keine Grußfloskel, sondern nur ein Adjektiv, das "freundlich" bedeutet. Im Französischen hätte der Präsident vermutlich das Wort "amicalement" (deutsch: "herzliche Grüße" verwendet. Im Englischen hätte er etwa "warm regards" schreiben müssen.

+++ 19:28 Uhr Der WikiLeaks-Mitbegründer Julian Assange hat US-Präsident Barack Obama anlässlich seiner Wiederwahl als "Wolf im Schafspelz" bezeichnet. "Obama scheint ein netter Mann zu sein - aber das ist genau das Problem", sagte der 41-jährige Australier, der seit Monaten in der ecuadorianischen Botschaft in London festsitzt, am Mittwoch telefonisch der Nachrichtenagentur AFP. Assange äußerte die Erwartung, die US-Regierung werde auch in den kommenden vier Jahren gegen die Enthüllungswebseite WikiLeaks vorgehen.

+++ 19:15 Uhr Die Ratingagentur Fitch hat den im Amt bestätigten Barack Obama aufgefordert, in Fragen der Finanzpolitik schnell Einigkeit mit dem Kongress zu erzielen. Ansonsten drohe der US-Regierung im kommenden Jahr der Verlust der Bonitätsnote AAA, teilte Fitch mit, nur wenige Stunden nachdem Obama als Gewinner der Präsidentschaftswahl feststand.

+++ 18:41 Uhr In dem kleinen irischen Dorf Moneygall hat die Wiederwahl von Obama besonderen Jubel ausgelöst. Einheimische und Touristen versammelten sich in Lokalen wie Ollie Hayes Pub oder im Obama Café, um den Mann zu feiern, der der kleinen Ortschaft internationale Aufmerksamkeit gesichert hat: Ein Hobby-Forscher hatte herausgefunden, dass ein Ur-Ur-Ur-Großvater Obamas im 19. Jahrhundert Schuster in Moneygall gewesen war.

+++ 18:22 Uhr Iran hofft nach dem Wahlsieg von Präsident Barack Obama auf neue Entwicklungen im Konflikt mit den USA. "Die Herausforderungen für Obama vor seiner zweiten Amtszeit als Präsident werden hoffentlich zu positiven Auswirkungen und Entwicklungen führen", hieß es am Mittwoch in einem Kommentar der offiziellen Nachrichtenagentur Irna. Eine Reaktion der Regierung in Teheran auf die US-Wahl stand am Abend noch aus

+++ 17:44 Uhr Westerwelle forderte mehr Ergebnisse in der Abrüstung und Rüstungskontrolle. In den letzten vier Jahren seien unter Obama Fortschritte erzielt worden, das alles reiche aber noch nicht. "Er ist ein Menschen mit großem Charisma", sagte Westerwelle in New York. Obama könne nicht nur die Menschen in den Vereinigten Staaten fesseln.

+++ 17:17 Uhr Die Bürger von Puerto Rico haben dafür gestimmt, dass ihre Inselgruppe als 51. Bundesstaat vollständig den USA angehören soll. In einem am Dienstag abgehaltenen, nicht bindenden Referendum votierte die Mehrheit der mehr als zwei Millionen Wahlberechtigten für den vollständigen Anschluss an die USA. Die Inselgruppe in der Karibik ist bislang mit den USA assoziiert.

+++ 16:30 Uhr Die US-Börsen sind nach der Wiederwahl von Obama mit Verlusten gestartet. Die Freude über die klare Bestätigung des US-Präsidenten verpuffte vor dem Hintergrund neuer Sorgen um das verschuldete Griechenland und Aussagen von EZB-Chef-Mario Draghi, wonach die Euro-Krise nun auch die deutsche Wirtschaft zu belasten beginnt.

+++ 15:47 Uhr Der Dalai Lama hat den wiedergewählten US-Präsidenten um Vermittlung in der Tibet-Frage gebeten. Er hoffe auf die Hilfe der US-Regierung, damit eine sowohl für Tibet als auch China akzeptable Lösung gefunden werden könne, schrieb das geistliches Oberhaupt der Tibeter in einem Brief an Obama.

+++ 15:29 Uhr Papst Benedikt XVI. hat Obama zu seiner zweiten Amtszeit beglückwünscht. Das teilte Vatikansprecher Federico Lombardi mit. Der Papst habe Obama in einem Telegramm zu seiner Wiederwahl gratuliert und ihm sein Gebet zugesagt. Benedikt XVI. bitte darum, dass Obama mit Gottes Hilfe seine "enorme Verantwortung gegenüber seinem Land und der internationalen Gemeinschaft" wahrnehme, heißt es den Angaben zufolge in der Botschaft. Der Papst drücke zudem seine Hoffnung aus, dass die "Ideale von Freiheit und Gerechtigkeit" in den USA weiter glänzten, die einst die Gründer des Landes geleitet hätten.

+++ 14:57 Uhr Der Dax ist angesichts der nachlassenden Euphorie über die Wiederwahl von US-Präsident Barack Obama deutlich ins Minus gerutscht. Auch gute Quartalsberichte der Unternehmen halfen dem Leitindex nicht mehr, der im Einklang mit dem nachgebenden Euro zuletzt 0,82 Prozent auf 7317 Punkte abgab.

+++ 14:24 Uhr Die radikalislamischen Taliban haben dem Obama empfohlen, sich statt auf Afghanistan lieber auf die Probleme zu Hause zu konzentrieren. Er solle die USA besser davon abhalten, "wie die Weltpolizei aufzutreten", und seine Truppen so schnell wie möglich aus ihrem Land abziehen, teilten die Taliban mit. Sie drohten damit, weitere Soldaten zu töten. Derzeit sind mindestens 67.000 US-Soldaten in Afghanistan stationiert, mehr als 2000 sind seit dem Einmarsch 2001 ums Leben gekommen.

+++13:57 Uhr Außenminister Guido Westerwelle hat die Wiederwahl des US-Präsidenten an ungewöhnlicher Stelle verfolgt - in einem Steakhaus in New York.Westerwelle verbrachte einen Großteil des Wahlabends im "Docks" an der Ecke von Third Avenue und 40. Straße, das außer für Steaks auch für Hummer und Austern bekannt ist. Wie in vielen anderen Restaurants waren an diesem Abend auch dort die Fernseher ausnahmsweise nicht auf Sport, sondern auf Wahl geschaltet.

+++13:17 Uhr Um Bibo aus der Sesamstraße (in den USA heißt er Big Bird) hatte es im Wahlkampf viel Aufregung gegeben, weil Romney seinem Heimatsender die Mittel streichen wollte. Vielleicht aus Trotz ist Bibo trotzdem zur Wahl gegangen.

+++12:51 Uhr Obama hat auch auf Facebook einen Rekord aufgestellt. Die innige Umarmung mit seiner Frau Michelle bekam mehr als 2,6 Millionen "Likes" (Stand: Mittwochmittag). Das sei das Foto mit den meisten "Gefällt mir"-Klicks aller Zeiten, teilte Facebook mit.

+++12:32 Uhr Laut Nachrichtensender NBC News war Ex-Präsident Bill Clinton der erste, der Obama telefonisch zum Sieg gratuliert hat, nachdem Mitt Romney seine Niederlage am Telefon eingestanden hatte.

+++12:19 Uhr Obamas Oma ist vom Sieg ihres Enkels begeistert. "Er trat zum zweiten Mal an, und er hat gewonnen", das mache die Wahl so bedeutsam, sagte die vom nächtlichen Wahlmarathon ermattete 90-Jährige in einem kenianischen Dorf.

+++12:15 Uhr Afghanistans Präsident Hamid Karsai erhofft sich nach der Wiederwahl des US-amerikanischen Präsidenten Barack Obama ein engeres Verhältnis der beiden Länder. Die bilateralen Beziehungen "könnten auf der Basis von gemeinsamen Interessen erweitert werden", ließ Karsai am Mittwoch in Kabul mitteilen. Die Beziehungen waren in letzter Zeit trotz militärischer und finanzieller Hilfe der USA für die afghanische Regierung angespannt.

+++12:10 Uhr Dem Sender "NBC" zufolge feiern Angela Bassett, Wil.i.Am, Stevie Wonder, Mary J. Blige und Ashley Judd mit dem Präsidenten in Chicago die zweite Amtszeit. Auch US-Komiker Steve Martin war in Party-Laune und zum Scherzen aufgelegt. "Um Obamas Sieg zu feiern, werde ich eine Tea Party haben", twitterte der Schauspieler als Seitenhieb auf die populistische, konservative Tea-Party-Bewegung.

+++11:46 Uhr Ägyptens Präsident Mohammed Mursi hofft auf engere Beziehungen zwischen Washington und Kairo. Nach Angaben staatlicher Medien gratulierte das aus den Reihen der islamistischen Muslimbrüder stammende Staatsoberhaupt US-Präsident Barack Obama am Mittwoch zur Wiederwahl. Dabei äußerte er die Hoffnung, dass beide Länder gemeinsam an Gerechtigkeit, Freiheit und Frieden arbeiten. Die Beziehungen zwischen den USA und Ägypten haben sich seit dem politischen Erfolg der Muslimbruderschaft deutlich verschlechtert.

+++11:40 Uhr Die Arabische Liga hofft auf ein verstärktes Engagement von US-Präsident Barack Obama im Nahen Osten. Der Sprecher der Organisation, Nabil Al-Arabi, gratulierte Obama am Mittwoch zur Wiederwahl und betonte, die Geschichte habe gezeigt, dass Präsidenten in der zweiten Amtszeit eher in der Lage seien, schwierige Aufgaben zu erfüllen. Frieden und Sicherheit im arabischen Raum seien auch im Interesse der Menschen in den Vereinigten Staaten.

+++11:24 Uhr Die japanische Regierung hat US-Präsident Barack Obama zur Wiederwahl gratuliert. Er freue sich darauf, weiter mit Obama zusammenzuarbeiten, sagte Ministerpräsident Yoshihiko Noda am Mittwoch. "Die japanisch-amerikanische Allianz hat angesichts der schwierigen Sicherheitslage in Ostasien an Bedeutung gewonnen", erklärte Regierungssprecher Osamu Fujimura. Er spielte damit auf den Streit mit China um einige unbewohnte Inseln im Ostchinesischen Meer an. Tokio hoffe, das Bündnis mit Washington weiter festigen zu können.

+++10:48 Uhr Der bayerische Regierungschef und CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama zum Wahlsieg gratuliert. In einem Glückwunschschreiben unterstrich Seehofer am Mittwoch nach Angaben der Staatskanzlei: "Ihre Wiederwahl ist ein Signal für Kontinuität in der transatlantischen Zusammenarbeit." Er fügte hinzu: "Ich wünsche Ihnen eine glückliche Hand, Gottes Segen und viel Erfolg bei der Gestaltung der Zukunft Ihres Landes." Europa brauche die USA "als starken Partner in der Welt - und die USA brauchen Europa".

+++10:45 Uhr Saudi-Arabiens König Abdullah hat US-Präsident Barack Obama zur Wiederwahl gratuliert und die engen Beziehungen zwischen den beiden Ländern gelobt. Wie die staatliche Nachrichtenagentur SPA am Mittwoch berichtete, sprach sich der Monarch für eine Weiterentwicklung dieser Beziehungen auf allen Ebenen aus. Den Menschen in den USA wünschte er Fortschritt und Wohlstand, dem Präsidenten Glück und Gesundheit.

+++10:42 Uhr Die australische Labor-Premierministerin Julia Gillard hat Barack Obama zum Sieg bei der US-Präsidentschaftswahl gratuliert. Beide Länder seien durch gemeinsame Kultur und Werte verbunden und hätten die gleichen Ansichten zur Friedens- und Sicherheitspolitik. "Wir arbeiten seit langem mit den USA zusammen, um die globalen Herausforderungen zu meistern", teilte Gillard mit. "Ich freue mich auf eine Fortsetzung dieser Zusammenarbeit mit Präsident Obama."

+++10:35 Uhr Nach der Wiederwahl steht US-Präsident Barack Obama nach Einschätzung von Ökonomen vor schwierigen wirtschaftspolitischen Entscheidungen. Vor allem mit Blick auf den Staatshaushalt seien die Herausforderung groß, sind sich Bankenvolkswirte am Mittwoch einig. Obama kann zwar weiter regieren, er muss aber nach wie vor mit unterschiedlichen Mehrheiten im Kongress auskommen. Die Entscheidungsfindung dürfte wie bereits in den vergangenen beiden Jahren sehr kompliziert bleiben.

+++10:32 Uhr Das Interesse der deutschen Fernsehzuschauer an den US-Präsidentschaftswahlen fiel in der Nacht zum Mittwoch mäßig aus. Bis gegen drei Uhr nachts, also noch gut zwei Stunden vor der Entscheidung, verbuchten die großen TV-Sender in etwa dieselben Werte wie sonst auch. Die ARD-Sendung "US-Wahl 2012" schalteten ab 22.47 Uhr durchschnittlich 0,90 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 10,8 Prozent) ein, die "Nacht der Entscheidung" im ZDF ab 23.52 Uhr 0,53 Millionen (9,3 Prozent) und "Amerika wählt" auf RTL ab 1.00 Uhr 0,45 Millionen (10,9 Prozent). Die Nachrichtensender n-tv, N24 oder Phoenix verbuchten nach Angaben der Marktforschungsfirma Media Control allesamt ab 24 Uhr bei ihren einzelnen Sendungen zwischen 40 000 und 90 000 Zuschauer.

+++10:21 Uhr Chinas Führung hat dem alten und neuen US-Präsidenten Barack Obama zu seinem Wahlsieg gratuliert. Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao schrieb am Mittwoch in einer Botschaft, die Beziehungen zwischen China und den USA hätten in Obamas Amtszeit "positive Fortschritte" gemacht. Auch Vizepräsident Xi Jinping, der auf dem am Donnerstag in Peking beginnenden Parteitag als neuer Parteichef das Ruder übernehmen soll, schickte seinem Amtskollegen Joe Biden eine Botschaft mit Glückwünschen, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete.

+++9:55 Uhr Linke-Fraktionsvorsitzender Gregor Gysi lobt das amerikanische Volk für die nach seiner Meinung kluge Entscheidung, die es mit der Wiederwahl Barack Obamas zum US-Präsidenten getroffen habe. Gleichzeitig forderte er Obama auf, seine historische Chance zu nutzen, "um nunmehr alle Versprechen einzulösen, die er vor vier Jahren gemacht hat", sagte Gysi am Mittwoch in Berlin.

+++9:40 Uhr Die Präsidentschaftswahl in den USA ist bei Nutzern von Twitter auf großes Interesse gestoßen. Sie schickten 31 Millionen Nachrichten zu diesem Thema ins Netz, wie das Unternehmen mitteilte.