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US-Sender befragt junge "Unternehmerinnen": Anti-Obama-Wahlkampf mit Kindern

US-Sender befragt junge "Unternehmerinnen" : Anti-Obama-Wahlkampf mit Kindern

Es geht hart zu im Wahlkampf um die US-Präsidentschaft. Und das sowohl auf der Seite von Barack Obama als auch von Herausforderer Mitt Romney. Nun hat auch noch ein US-Sender deutlich Position gegen den Amtsinhaber bezogen – und sich mächtig Kritik eingehandelt.

Es geht hart zu im Wahlkampf um die US-Präsidentschaft. Und das sowohl auf der Seite von Barack Obama als auch von Herausforderer Mitt Romney. Nun hat auch noch ein US-Sender deutlich Position gegen den Amtsinhaber bezogen — und sich mächtig Kritik eingehandelt.

In der Morgensendung "Fox and Friends" des US-Senders "Fox News" waren die kleinen Mädchen Eliza und Clara diese Woche die Stars. Denn die beiden haben sich ein eigenes Unternehmen aufgebaut — einen Limonadenstand in Texas. Eigentlich eine niedliche kleine Geschichte, wenn da nicht die eine Frage des Moderators gewesen wäre.

Brian Kilmeade hatte Bezug genommen auf eine Bemerkung des US-Präsidenten, der in den USA für Wirbel gesorgt und den den Republikanern quasi einen Trumph in die Hand gespielt hatte. Obama hatte gesagt, dass jemand, der ein Unternehmen besäße, es nicht selbst aufgebaut habe.

Er fragte die ältere Clara, wie sie sich denn fühlten, wenn der US-Präsident sage, sie bräuchten Hilfe, um ein Unternehmen aufzubauen. Und sie sollten doch aus dem tiefsten Inneren sprechen, zitiert die Medien-Seite mediate.com aus dem Interview. "Ich würden sagen", antwortet das siebenjährige Mädchen, "das ist unverschämt, weil wir sehr hart arbeiten, um dieses Geschäft aufzubauen." Doch dann fügt sie noch hinzu: "Aber wir hatten Hilfe von unseren Investoren", sprich Vater und Stiefmutter.

"Zieht nicht Kinder mit hinein"

Es ist nicht das erste Mal, dass der US-Sender sich gegen den US-Präsidenten positioniert. Zuletzt hatten sie, wie die "Huffington Post" schreibt, ein Video abgespielt, in dem Obama über Jobs spricht, zugleich wurden aber Bilder von Obdachlosen gezeigt und eine düstere Musik dazu gespielt. Doch mit dem Interview der jungen Mädchen, die auch noch aus dem Republikaner-treuen Staat Texas kommen, haben sie diesmal für Empörung gesorgt.

So schreibt mediate.com, dass sich "manchmal eine Geschichte als komplett idiotisch herausstellt". "Nutzt eure Plattform, mit allen Mitteln die Politik des Präsidenten zu kritisieren", spricht die Webseite den Sender an. "Aber zieht nicht Kinder mit hinein, die zu jung sind, um Politik zu verstehen oder ihre Gedanken zu Politik und Wirtschaft zu äußern."

Auch das "Digital Journal" greift den Sender wegen dieses Interviews an. Dort heißt es: "Fox will uns glauben machen, dass Erfolg mehr ein individueller ist." Dass der Sender Kinder dafür nutze, sei keine Überraschung. Schließlich sei der typische Fox-News-Zuschauer nicht viel schlauer als eine Siebenjährige.

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Ganz so direkt äußert sich der Kommentator der "Washington Post" zwar nicht, aber auch hier wird das Thema aufgegriffen und die Frage gestellt: Ob der Chef des Senders abgesegnet habe, "dass zwei sehr junge Kinder vor eine 'Fox And Friends'-Kamera gestellt würden, eine politisch wichtige Frage gestellt bekämen und benutzt würden, um eine politische Kampagne voranzutreiben".

(das)