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Berichte aus dem Irak: US-Verbündete laufen zu El Qaida über

Berichte aus dem Irak : US-Verbündete laufen zu El Qaida über

Washington (RPO). Im Irak droht offenbar eine Destabilisierung. Einem bericht der "New York Times" zufolge sind hunderte Kämpfer einer mit der Regierung und der US-Armee verbündeten Miliz zum Terrornetzwerk El Kaida übergelaufen.

Das berichtete das Blatt am Sonntag unter Berufung auf namentlich ungenannte Vertreter der irakischen Regierung. Demnach sei unklar, wieviele Kämpfer genau in den vergangenen Monaten die Reihen der "Erwachen"-Milizen zu Gunsten von El Kaida verlassen hätten, die Zahl gehe jedoch in die Hunderte. Die irakischen Regierungsvertreter halten es demnach auch für möglich, dass tausende Mitglieder der von der irakischen Regierung finanzierten Miliz heimlich die Aufständischen unterstützen.

Die zehntausende Kämpfer umfassenden "Erwachen"-Milizen setzen sich aus früheren Aufständischen zusammen, die sich gegen El Kaida im Irak und auf die Seite von irakischer Regierung und US-Armee gestellt haben.

Sie waren 2006 von sunnitischen Stammesfürsten in der Provinz El Anbar gegründet worden und zunächst von der US-Armee ausgestattet und bezahlt worden, bis drei Jahre später die irakische Regierung die Kontrolle über sie übernahm, um sie schrittweise in die staatlichen Sicherheitskräfte und die öffentliche Verwaltung zu integrieren. Die Milizen hatten maßgeblich zum Rückgang der Gewalt in den sunnitischen Provinzen und dem Einflussverlust des irakischen El-Kaida-Ablegers beigetragen.

Nach Angaben der "New York Times" wenden sich die Milizionäre nun aus zwei Gründen wieder von der irakischen Regierung ab: Einerseits seien die sunnitischen Kämpfer nicht mit der Politik der schiitischen Regierung zufrieden, andererseits übe El Kaida verstärkt Druck auf die Milizionäre aus. Während die US-Armee sich auf einen vollständigen Abzug aus dem Irak zum Ende des Jahres 2011 vorbereite, gefährde das Überlaufen der Milizionäre zu dem radikalislamistischen Terrornetzwerk nun das politische Gleichgewicht im Irak, berichtete die US-Zeitung weiter.

(AFP/pst)