US-Regierung will Sicherheitsstandards für Ölbohrungen auf See lockern

Vorschläge veröffentlicht: US-Regierung will Ölbohrungen auf See erleichtern

Die "Deepwater Horizon"-Ölpest 2010 war die bisher schwerste Umweltkatastrophe in der Geschichte der USA. Danach wurden die Sicherheitsregeln für Ölbohrungen auf See verschärft. Die US-Regierung will sie aber wieder lockern.

Die zuständige Aufsichtsbehörde BSEE veröffentlichte Vorschläge für die Öl-und Gasförderung auf See. Demnach sollen die Anforderungen an die Sicherheit und den Umweltschutz gesenkt werden, um Ölbohrungen im Meer künftig zu erleichtern. US-Präsident Donald Trump hatte die Behörden im April zu einer Überarbeitung des Regelwerks aufgefordert.

Indem die Auflagen und die Lasten der Regulierung für die Industrie "verringert" würden, würden die heimische Öl- und Gasproduktion gestärkt und gleichzeitig die hohen Sicherheits- und Umweltstandards beibehalten, sagte BSEE-Chef Scott Angelle. Er sei zuversichtlich, dass eine Revision des Regelwerks zur Produktionssicherheit dem Ziel der Regierung diene, die Marktstellung auszubauen, ohne die Sicherheit zu opfern.

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Nach Angaben der BSEE, die ihre Vorschläge im Bundesanzeiger veröffentlichte, bringen die geplanten Lockerungen der Industrie Einsparungen in Höhe von mindestens 228 Millionen Dollar (190 Millionen Euro) in den kommenden zehn Jahren. Die Öffentlichkeit kann nun 30 Tage lang zu den geplanten Änderungen Stellung nehmen. Die verschärften Sicherheitsstandards waren nach der verheerenden Ölkatastrophe im Golf von Mexiko im Jahr 2010 eingeführt worden.

Die Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" von BP war im April 2010 explodiert. Elf Arbeiter kamen ums Leben und hunderte Millionen Liter Erdöl strömten ins Meer. 87 Tage dauerte es, bis das Unternehmen das Leck schließen konnte, die Folgen für die Umwelt waren verheerend. Die Katastrophe kostete den britischen Ölkonzern BP nach neuen Angaben bislang mehr als 63 Milliarden Dollar an Strafzahlungen und Schadenersatz.

(wer)