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US-Proteste: Massengebet in Washington entlarvt Trumps Bibelfoto

US-Proteste : Massengebet in Washington entlarvt Trumps Bibelfoto

Für ein Foto ließ Donald Trump friedliche Demonstranten mit Gewalt vom Platz vor einer Kirche vertreiben. Nun traten Vertreter diverser Religionen vor die Kirche, um gemeinsam zu beten – und die Demonstranten zu segnen.

Vertreter verschiedener Religionen haben in Washington zu Gerechtigkeit zwischen Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft aufgerufen. Die Regierung sei dafür verantwortlich, dass Unschuldige geschützt, Grundrechte und Freiheiten garantiert und Gerechtigkeit und Gleichheit durchgesetzt werden, sagte die Methodistische Bischöfin LaTrelle Easterling am Sonntag bei einem gemeinsamen Gebet von Juden, Muslimen, Hindus, Sikhs und verschiedenen christlichen Bekenntnissen.

Die Veranstaltung fand vor der St.-Johns-Kirche statt, vor der am Pfingstmontag friedliche Demonstranten gewaltsam vertrieben worden waren, damit Präsident Donald Trump dort eine Bibel in die Luft halten konnte. Kirchenvertreter kritisierten damals, dass Trump dort nicht einmal gebetet, sondern sich nur ablichten lassen habe.

Dagegen prägten Gebete, Gesang und Predigten am Sonntag die Kundgebung vor der Kirche. Vertreter verschiedener Religionen gaben dabei der Protestbewegung gegen Polizeigewalt und Rassismus ihren Segen.

Vor der Veranstaltung vor der St.-Johns-Kirche waren Tausende zumeist afroamerikanische Menschen einem Aufruf mehrerer afroamerikanischer Kirchen zu einem „Gebetsgang“ gefolgt: Sie marschierten vom National Museum of African American History and Culture zum Black-Lives-Matter-Platz nahe dem Weißen Haus. Die Demonstranten waren der „Washington Post“ zufolge in Reihen mit viel Abstand verteilt, ehrenamtliche Helfer hielten einzelne Blöcke immer wieder an, um für genug Platz zu sorgen.

Später am Sonntag kam eine andere Gruppe aus Demonstranten vor dem Weißen Haus an. Einige von ihnen hatten nicht nur Transparente, sondern auch Papp-Torten mit frechen Sprüchen mitgebracht - als Protest-Geburtstagsgeschenk für Donald Trump. Trump wurde am Sonntag 74 Jahre alt.

(peng/dpa)