US-Präsident Trump kämpft gegen die Justiz

Washington · Der US-Präsident gerät weiter in Bedrängnis. Er hat Zoff mit dem Justizminister.

 US-Justizminister Jeff Sessions.

US-Justizminister Jeff Sessions.

Foto: dpa/Charlie Neibergall

(dpa) US-Präsident Donald Trump hat von Justizminister Jeff Sessions Ermittlungen gegen seine mutmaßlichen Widersacher gefordert. Am Freitag läutete Trump mit Tweets eine neue Runde in seinem langanhaltenden Konflikt mit Sessions ein. Das Justizministerium solle sich „all die Korruption auf der anderen Seite“ anschauen, forderte Trump.

Am Vortag hatte Sessions erklärt, dass er und sein Ministerium sich nicht unzulässigerweise von politischen Überlegungen beeinflussen ließen. Er reagierte damit auf Vorwürfe Trumps, dass es Sessions nicht gelungen sei, die Kontrolle über sein Ressort zu erlangen.

Am Freitag forderte Trump, das Justizministerium solle sich die „Mueller-Konflikte“ anschauen. Sonderermittler Robert Mueller leitet die Untersuchungen zu möglicher geheimer Zusammenarbeit zwischen Trumps Wahlkampfmannschaft und Russland. Trump forderte Untersuchungen zu mehreren Angelegenheiten, derer Sessions Ressort sich teilweise bereits angenommen hat. Er nannte zwei ehemalige FBI-Mitarbeiter, Peter Strzok und Lisa Page, die der Generalinspekteur des Ministeriums, Michael Horowitz, scharf kritisiert hat, weil sie sich in Kurznachrichten abfällig über Trump geäußert hatten.

Strzok, der nach Bekanntwerden der Nachrichten aus Muellers Team entfernt wurde, wurde diesen Monat vom FBI entlassen. Page kündigte selbst. Der Präsident erwähnte auch ein von Demokraten bezahltes Dossier, das für einen Antrag zur Abhörung eines seiner Verbündeten verwendet wurde.

Trump forderte Sessions auf, entsprechende Dokumente ohne Änderungen zu veröffentlichen. „Komm, Jeff, Du kannst es tun, das Land wartet“, twitterte er. Sessions hat gegenüber Mitarbeitern klar gemacht, dass er trotz Trumps fortwährender Kritik nicht beabsichtige, freiwillig zurückzutreten.

Das Schuldeingeständnis von Donald Trumps Ex-Anwalt Michael Cohen, Schweigegelder an zwei Geliebte Trumps gezahlt zu haben, hat den Präsidenten der Vereinigten Staaten so stark ins Wanken gebracht wie noch nie in seinen bald 600 Amtstagen. Viele sprechen von der schlimmsten Woche der Präsidentschaft Trumps. Das „Time“-Magazin veröffentlichte eine Titelseite, auf der Trump im Oval Office im Wasser schwimmt.

(dpa)