Pelosi in Taiwan Eine unnötige Provokation

Analyse | Düsseldorf/Taipeh · Taiwan verdient als Musterdemokratie Asiens die volle Unterstützung des Westens. Inmitten großer Weltkonflikte ist es aber fahrlässig, durch politische Ego-Trips eine vermeidbare Eskalation zwischen den beiden atomaren Supermächten China und USA auszulösen.

 Auf diesem vom taiwanesischen Präsidialamt veröffentlichten Foto verneigen sich Nancy Pelosi (l), die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses,  und Tsai Ing-wen, Präsidentin von Taiwan, während eines Treffens in Taipeh.

Auf diesem vom taiwanesischen Präsidialamt veröffentlichten Foto verneigen sich Nancy Pelosi (l), die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, und Tsai Ing-wen, Präsidentin von Taiwan, während eines Treffens in Taipeh.

Foto: dpa/Uncredited

Eines muss man Nancy Pelosi, der Nummer drei der amerikanischen Politik, vorbehaltlos zugestehen. In den Beziehungen zu China vertritt die Sprecherin des US-Repräsentantenhauses seit dem Massaker am Tiananmen-Platz eine konsequente Linie. Sie verteidigt die Demokratie gegen die totalitäre Führung der Volksrepublik – egal ob in Peking, Tibet, Hongkong oder jetzt in Taiwan. Mutig entrollte sie 1991 auf dem zentralen Platz der Demokratiebewegung in Peking ein Plakat auf Englisch und Chinesisch, auf dem sie der Opfer der Niederschlagung der Proteste gedachte.