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US-israelische Delegation reist nach Abu Dhabi - Diplomatische Annäherung Diplomatische Annäherung: US-israelische Delegation reist mit erstem Linienflug von Tel Aviv nach Abu Dhabi

Diplomatische Annäherung : US-israelische Delegation reisen in die Emirate

Der Flug betont die Umsetzung des historischen Abkommens zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten zur Normalisierung ihrer Beziehungen. Die Palästinenser bedauern die Flugverbindung. Saudi-Arabien toleriert, dass sein Luftraum genutzt wird.

Ein israelisches Flugzeug mit hochrangigen Delegationen Israels und der USA ist am Montag als erster kommerzieller Direktflug aus Israel in den Vereinigten Arabischen Emiraten angekommen. Die Flugverbindung der staatlichen Fluggesellschaft El Al verdeutlicht die Umsetzung des historischen Abkommens zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten zur Normalisierung ihrer Beziehungen.

Bei dem knapp dreieinhalb Stunden langen Flug nach Abu Dhabi nutzte die Maschine den saudischen Luftraum und flog über die saudische Hauptstadt Riad. Das veranschaulichte die Toleranz der saudischen Behörden dafür. Es war das erste Mal, dass ein israelisches Flugzeug das machte.

Das Abkommen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten war von den USA vermittelt worden. Zur US-Delegation gehörten der Schwiegersohn von Präsident Donald Trump, Jared Kushner, der nationale Sicherheitsberater Robert O'Brien, der Nahost-Gesandte Avi Berkowitz und der Iran-Gesandte Brian Hook. Israel wurde vom nationalen Sicherheitsberater Meir Ben-Schabbat und den Generaldirektoren mehrerer Ministerien vertreten.

„Während dies ein historischer Flug ist, hoffen wir, dass dies eine noch historischere Reise für den Nahen Osten und darüber hinaus beginnen wird“, sagte Kushner vor seinem Boarding zu Reportern. Ben-Schabbat sagte, er freue sich auf die Reise. Ziel sei es, eine Zusammenarbeit in Bereichen wie Tourismus, Medizin, Technologie und Handel vorzubereiten. Die israelische Delegation soll in der Hauptstadt Abu Dhabi übernachten.

Der Flug hatte die Nummer LY971, ein Verweis auf die Landesvorwahl der Vereinigten Arabischen Emirate. Laut El-Al-Sprecher Stanley Morais ist die Maschine des Typs 737-900 mit einem Raketenabwehrsystem ausgestattet. Das Flugzeug war mit dem Wort für Frieden auf Arabisch, Hebräisch und Englisch versehen. Journalisten bekamen Mundschutze mit den Flaggen von Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Der 45-jährige Flugzeugkapitän Tal Becker sagte, er habe niemals damit gerechnet, nach Abu Dhabi zu fliegen. Das sei ein „sehr besonderes Gefühl“.

Der saudische König Salman und andere arabische Staats- und Regierungschefs von Golfstaaten halten an ihrem Boykott gegen Israel fest. Sie wollen damit den Palästinensern helfen, einen unabhängigen Staat zu bekommen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate haben das Abkommen mit Israel als Hilfe dabei dargestellt, den israelischen Plan für die Annektierung von Teilen des Westjordanlands aufzuhalten. Die betroffenen Gebiete beanspruchen die Palästinenser für ihren Staat. Zudem könnten die Vereinigten Arabischen Emirate leichter an US-Waffensysteme kommen, wie Kampfjets des Typs F-35.

Die Palästinenser sind gegen die Normalisierung der Beziehungen. Der palästinensische Ministerpräsident Mohammed Schtajjeh teilte mit, es sei „sehr schmerzhaft“, Zeuge des Flugs zu sein. „Wir hatten gehofft zu erleben, wie ein Flugzeug der Emirate in einem befreiten Jerusalem landet“, sagte er.

(özi/dpa)