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Nahost-Konflikt: US-Außenminister führt Krisengespräche mit Israel und Palästina

Nahost-Konflikt : US-Außenminister führt Krisengespräche mit Israel und Palästina

US-Außenminister John Kerry ist am Montag zu Krisengesprächen in Nahost eingetroffen. Hintergrund ist der Streit zwischen Israel und den Palästinensern über eine Fortsetzung der Friedensgespräche sowie eine vereinbarte Freilassung palästinensischer Langzeithäftlinge.

Kerry wollte nach israelischen Angaben während seines Kurzbesuchs Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, Chefunterhändlerin Zipi Livni sowie Verteidigungsminister Mosche Jaalon treffen.

Die palästinensische Zeitung "Al-Quds" meldete am Montag in ihrer Online-Ausgabe, Kerry werde am späten Abend noch mit dem Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas zusammenkommen. Das Gespräch sei nach einer Dringlichkeitssitzung der Palästinenserführung in Ramallah geplant.

Die Verhandlungen stehen an einem Wendepunkt. Im konkreten Fall geht es um die bereits vereinbarte Freilassung einer vierten und damit letzten Gruppe von 26 palästinensischen Häftlingen bis Ende März. Israel ist dazu aber nur bereit, wenn Abbas einer Verlängerung der Friedensgespräche zustimmt. Die Frist für diese im Juli vergangenen Jahres wiederaufgenommenen Verhandlungen läuft Ende April ab. Kerry bemühte sich auf zahlreichen Reisen und bei vielen Treffen bis zuletzt, die Beteiligten zu einer Verlängerung der Gespräche zu drängen.

Abbas steht angesichts des Aufschubs der Häftlingsfreilassung unter starkem internen Druck. Der israelische Rundfunk meldete am Montag unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten palästinensischen Repräsentanten, Israel habe der Palästinenserführung den Entwurf einer Vereinbarung über eine Verlängerung der Friedensverhandlungen übermittelt. Dafür gab es aber von keiner der beiden Seiten eine offizielle Bestätigung.

Kerry hatte am Sonntag in Paris von einem "wichtigen Moment" in Nahost gesprochen. Es hänge nun von Israel und den Palästinensern ab, wie die Lage sich weiter entwickeln werde. Er habe gerade mit Netanjahu telefoniert. "Er arbeitet fleißig daran", sagte Kerry. "Unser Team ist vor Ort", sagte er zudem. "Sie arbeiten ohne Unterbrechung." Nun müssten einige Entscheidungen getroffen werden.

(dpa)