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US-Abgeordnete Greene tut Holocaust-Vergleich mit Maskenpflicht leid

Nach Besuch im Holocaust-Museum : US-Abgeordnete Greene entschuldigt sich für Holocaust-Vergleich mit Maskenpflicht

Die Republikanerin Marjorie Taylor Greene verglich die Maskenpflicht im US-Parlament mit den Schrecken des Holocausts. Das bedaure sie nun, sagt sie nach einem Besuch im Holocaus-Museum in Washington.

Die US-Abgeordnete Marjorie Taylor Greene hat sich dafür entschuldigt, die Maskenpflicht im Parlament mit den Schrecken des Holocaust gleichgesetzt zu haben. Es tue ihr sehr leid, dass sie Menschen mit ihren Äußerungen verletzt habe, sagte die Republikanerin aus Georgia am Montag (Ortszeit) vor Reportern vor dem Kapitol. Sie habe zuvor das Holocaust-Museum in Washington besucht. „Es gibt keinen Vergleich und es wird niemals einen geben.“ Antisemitismus sei „echter Hass“, erklärte Greene weiter. „Und das habe ich heute im Holocaust-Museum gesehen.“

Vor rund drei Wochen hatte Greene in einem konservativen Podcast die Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor Corona kritisiert, die Demokraten im Repräsentantenhaus durchgesetzt haben. Die Auflagen erinnerten sie an „eine Zeit und Geschichte, in der Menschen angehalten wurden, einen goldenen Stern zu tragen“, erklärte Greene damals. Sie seien „in Züge gesteckt und in Gaskammern in Nazideutschland gebracht“ worden. „Dies ist genau die Art von Übergriff, von dem Nancy Pelosi spricht.“ Pelosi ist die demokratische Vorsitzende des Repräsentantenhauses.

Greenes Einlassungen wurden auch von der republikanischen Führung verurteilt. Zuletzt scheuten sich die Parteigranden aber, Greene – eine enge Verbündete von Expräsident Donald Trump – zu tadeln. Als etwa Posts in sozialen Medien auftauchten, in denen die Abgeordnete Unterstützung für eine Hinrichtung einiger führender Demokraten andeutete, entzog ihr im Februar das von den Demokraten dominierte Repräsentantenhaus ihre Posten in Parlamentsausschüssen. Doch der Minderheitsführer Kevin McCarthy und die meisten anderen Republikaner standen damals zu ihr. McCarthy nannte Greenes Holocaust-Vergleich jüngst „entsetzlich“.

(c-st/dpa)