Wahlen in Afghanistan: UNO sieht Gefahr in Bundeswehr-Einsatzgebiet

Wahlen in Afghanistan : UNO sieht Gefahr in Bundeswehr-Einsatzgebiet

Hamburg/Kabul (RPO). Vor den anstehenden Parlamentswahlen hat die UNO angesichts der schwierigen Sicherheitslage in Afghanistan vor Problemen im Einsatzgebiet der Bundeswehr gewarnt. Die Lage in den Provinzen Kundus und Baghlan sei "sehr heikel", sagte Martin Kobler, Vizechef der UN-Mission in Afghanistan.

"Aus manchen Orten werden die Menschen weit laufen oder fahren müssen, um wählen zu können", sagte er "Spiegel Online". Die afghanische Wahlkommission hatte bereits in der vergangenen Woche angekündigt, dass rund 14 Prozent aller Wahlbüros des Landes wegen Sicherheitsbedenken geschlossen bleiben würden.

In Kundus, wo die Bundeswehr eines ihrer Feldlager hat, sollen von 217 geplanten Wahlstationen mindestens 47 geschlossen bleiben. Das ist deutlich mehr als im Landesdurchschnitt. Demnach wird sich die Bundeswehr aus der Sicherung der Wahlen weitgehend heraushalten und dies wie vorgesehen den afghanischen Sicherheitskräften überlassen.

Die Bundeswehr hat in der Provinz Kundus das Oberkommando über die ISAF-Soldaten. Die Wahlkommission rechnet laut "Spiegel Online" damit, in den verbleibenden Wochen bis zur Wahl am 18. September noch weitere Wahllokale schließen zu müssen.

Zivilisten getötet

Unterdessen warfen die afghanischen Behörden den NATO-Truppen vor, bei einem Angriff im Norden Afghanistans acht Zivilisten getötet zu haben. Ein Bezirkschef der Provinz Baghlan sagte der Nachrichtenagentur AFP, bei dem mehrstündigen Einsatz mit Helikoptern seien am Sonntag zudem mehrere Menschen verletzt worden.

Ein ISAF-Sprecher erklärte, die NATO wisse von den Anschuldigungen und überprüfe sie. Derzeit lägen ihnen aber keine Informationen über den Tod von Zivilisten vor. Im Süden des Landes starben nach Angaben der NATO am Dienstag zwei Soldaten, darunter ein US-Soldat, bei Kämpfen mit Aufständischen sowie durch die Explosion eines Sprengsatzes.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Mit der Bundeswehr in Afghanistan unterwegs

(AFP)
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