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Bürgerkrieg: UN: Zwei Millionen Syrer auf der Flucht

Bürgerkrieg : UN: Zwei Millionen Syrer auf der Flucht

Rund 5000 Kinder, Frauen und Männer fliehen täglich aus Syrien. Die meisten werden in benachbarten Ländern aufgenommen. Diese Staaten können die damit verbundene Last kaum noch tragen, warnen die UN.

Genf (dpa) - Vor dem Bürgerkrieg in Syrien sind mittlerweile zwei Millionen Menschen ins Ausland geflohen. Jeden Tag würden nahezu 5000 Syrer ihre Heimat verlassen und vor allem in den Nachbarstaaten um humanitäre Hilfe bitten, teilten die Vereinten Nationen am Dienstag in Genf mit. Zudem seien innerhalb Syriens etwa 4,25 Millionen Menschen aus ihren Wohnorten in andere Gebiete geflohen. UN-Vertreter beklagten, die Aufnahmeländer sowie Hilfsorganisationen bekämen nicht genügend internationale Unterstützung für die Versorgung der Flüchtlinge. Hollywood-Star Angelina Jolie schloss sich einem Hilfsappell der UN an.

"Syrien ist zur großen Tragödie dieses Jahrhunderts geworden - eine beschämende humanitäre Katastrophe mit Leid und Vertreibung in einem in der jüngeren Geschichte beispiellosen Ausmaß", erklärte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres. "Der einzige Trost ist die Menschlichkeit, die benachbarte Länder aufbringen, indem sie so viele Menschen aufnehmen und damit deren Leben retten."

In Syriens Nachbarstaaten seien 97 Prozent der zwei Millionen Flüchtlinge untergekommen. Die humanitäre sowie die Entwicklungshilfe für diese Länder müsse angesichts der anhaltenden Flüchtlingsströme verstärkt werden, forderte Guterres. Allein in den vergangenen zwölf Monaten sei die Zahl syrischer Kriegsflüchtlinge im Ausland um fast 1,8 Millionen angewachsen.

Die US-Schauspielerin Angelina Jolie, die als Sonderbotschafterin die Arbeit des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) unterstützt, forderte die Welt zu größerer Hilfe auf: "Wenn sich die Situation in Syrien in diesem Tempo weiter verschlechtert, wird die Zahl der Flüchtlinge nur noch stärker anwachsen und einige Nachbarländer könnten an den Rand des Zusammenbruchs geraten", warnte Jolie. Die Welt sei zwar uneins über eine Lösung für den Syrien-Konflikt. Aber es dürfe keine Zwietracht hinsichtlich der Notwendigkeit geben, den Opfern Hilfe zu leisten und die betroffenen Nachbarländer stärker zu unterstützen.

Regierungsvertreter aus Nachbarländern Syriens wollen an diesem Mittwoch in Genf mit dem UNHCR über einen neuen internationalen Hilfsappell beraten. Die meisten syrischen Auslandsflüchtlinge wurden bis Ende August mit mehr als 716 000 Menschen allein im Libanon registriert, 515 000 in Jordanien und 460 000 in der Türkei. 168 000 Syrer wurden bislang im Irak sowie 110 000 in Ägypten aufgenommen.
Hinzu kommen viele, die sich noch nicht bei UN-Stellen als Flüchtlinge gemeldet haben. Mehr als die Hälfte aller syrischen Auslandsflüchtlinge - also gut eine Million - sind Kinder sowie Jugendliche bis 17 Jahren.

(dpa)